Mittwoch, 30. Dezember 2009

Vereitelter Flugzeug-Anschlag: Obama
räumt katastrophale Sicherheitsmängel ein

  • "Mischung aus menschlichen und Systemfehlern"
  • CIA gab Informationen über Attentäter nicht weiter
    Nigerianer stand auf Terror-Liste, Vater warnte USA

US-Präsident Barack Obama hat bei dem vereitelten Flugzeug-Anschlag vor Detroit "potenziell katastrophale" Sicherheitsmängel eingeräumt. Die Sicherheitsbehörden hätten klare Warnungen übersehen. Der Attentäter hätte angesichts der vorliegenden Informationen kein US-Flugzeug betreten dürfen, kritisierte er.

Es handle sich um eine "Mischung aus menschlichen Fehlern und Systemfehlern", aus denen die Behörden rasch lernen müssten. Die Verantwortlichen müssten auf allen Ebenen zur Rechenschaft gezogen werden. Das Weiße Haus erwarte bis Donnerstag einen ersten Bericht der Behörden, sagte Obama. Bereits unmittelbar nach dem vereitelten Attentat am ersten Weihnachtstag hatte Obama strengere Sicherheitsmaßnahmen angeordnet.

Ein 23-jähriger Nigerianer hatte versucht, die mit fast 300 Menschen besetzte Maschine auf dem Flug von Amsterdam nach Detroit kurz vor der Landung zu sprengen. Umar Farouk Abdulmutallab wurde jedoch von beherzten Mitreisenden und Besatzungsmitgliedern an der Tat gehindert. Abdulmutallab war auf einer US-Liste von mehr als einer halben Million potenziellen Terror-Verdächtigen geführt worden. Ein Flugverbot wurde ihm jedoch nicht erteilt. Abdulmutallabs Vater, ein nigerianischer Ex-Minister, war nach eigenen Angaben so besorgt über die radikalen Ansichten seines Sohnes, dass er die US-Botschaft in Abuja und die nigerianischen Behörden alarmiert habe. Abdulmutallab wurde nach eigenen Angaben in einem Trainingslager von Al Kaida ausgebildet, das Terrornetzwerk bekannte sich zu dem Anschlagsversuch in Detroit.

Ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums teilte mit, die US-Antiterror-Behörden hätten die Information über Abdulmutallab am 20. November erhalten - einen Tag, nachdem sein Vater die US-Behörden über die extremen religiösen Ansichten seines Sohnes gewarnt hatte. Dem mutmaßlichen Flugzeug-Attentäter habe jedoch trotz der Warnungen seines Vaters das Visum nicht entzogen werden können. Dazu seien die Informationen "unzureichend" gewesen.

Planung von langer Hand?
Zugleich mehren sich Hinweise, dass das Attentat von langer Hand im Jemen unter Beteiligung ehemaliger Guantanamo-Häftlinge geplant wurde. Zwei von vermutlich vier Drahtziehern sollen Ex-Häftlinge aus dem US-Gefangenenlager auf Kuba sein, berichtet der TV-Sender ABC unter Berufung auf Regierungsbeamte und Dokumente des Pentagons.

Die aus Saudi-Arabien stammenden Ex-Guntanamo-Häftlinge Nummer 333, Muhamad Attik al-Harbi, und Nummer 372, Said Ali Shari, seien Anfang November 2007 in ihr Heimatland überstellt worden, berichtete ABC. Beide hätten später Führungsrollen im Terrornetz Al Kaida im Jemen übernommen.

Zugleich verstärkt sich in den USA der Widerstand gegen Obamas Pläne zur Schließung des Guantananmo-Lagers auf Kuba. Die Einwände kommen aus dem Lager der Demokraten und Republikaner. Nach den Plänen Obamas sollen Dutzende Guantanamo-Häftlinge aus Jemen in ihre Heimat zurückgeschickt werden. Dies sei angesichts der Erfahrungen unverantwortlich, meinen Kritiker.

Bereits zuvor hatte eine Al-Kaida-Regionalorganisation aus dem Jemen die Verantwortung für das Attentat übernommen und mit neuen Terrorakten gedroht. "Ihr werdet bekommen, was ihr fürchtet", heißt es in einer Internet-Botschaft der Organisation namens "Al Kaida auf der arabischen Halbinsel".

(apa/red)

30.12.2009 08:08
drache68, 30. 12. '09 12:55
Zielgruppe kontrollieren
Die Anschläge werden immer von den gleichen gemacht. Radikale Muslime. Da muss man ansetzten. Vielleicht sollte man bei den Kontrollen ein bisschen mehr auf die Religionszugehörigkeit achten. Das sagt schon der gesunde Menschenverstand. Auch wenn jetzt die Gutmenschen wieder aufheulen werden, aber es kann nicht sein, dass die gesamte Menschheit wegen einer außer Rand und Band geratener Religionsgemeinschaft in Geiselhaft genommen wird.
musicwoman, 30. 12. '09 08:21
Zusätzliche Kontrollen für Muslime
wären hier angebracht. Da es diese Datenbank mit gewissen Namen terrorverdächtiger Personen gibt, sollte bereits beim einchecken dieser Name überprüft und bei Übereinstimmung sofort die Exekutive verständigt werden. Somit kämen diese Leute nicht zum Security Check und es müssten keine neuen Geräte angeschafft werden. Da mittlerweise alles irgendwie vernetzt ist sollte das doch möglich sein.( Interpol usw...)
Vasant, 30. 12. '09 11:53
Re: Zusätzliche Kontrollen für Muslime
Da ca. 99% aller Anschläge von solchen radikalen
Glaubensangehörigen verübt werden, kann ich dir
nur zustimmen!

Man wusste auch bei diesem Typen, dass er in der
Vergangenheit schon sehr radikale Denkweisen hat
bzw. auch Drohungen ausgesprochen hat! Warum
also, rennt dann so einer noch frei rum bis er diese
Gedanken in der Realität umsetzen kann?

Aber was hilft die beste Technik und die besten
Datenbanken ... ist ja wie z.B. bei ehemaligen
Kinderschändern, die dann sogar nach deren
Verbrechen wie in Deutschland z.B. in einer
Kindertagesstätte eingesetzt wurden!!!!

Die MENSCHEN machen die Fehler und da hilft
die beste Technik NICHTS! Bei den Scannern
gehts z.B. der EU nur um das Geschäft und die
Privatsphäre ist die letzte Hürde, die man nun
durch solche Berichte tot machen will;)