Papst will Schweizer Attentäterin verzeihen:
Aber nur bei erwiesener psychischer Störung
- Kirchenvater stellt Akt der Barmherzigkeit in Aussicht
- "Hausverbot" für Angreiferin Susanna M. vorstellbar

·VIDEO: Angriff auf Papst Benedikt XVI.
Frau riss das Kirchen- oberhaupt zu Boden
·BILDER: Papst wurde zu Boden gerissen!
Weihnachtsmette in Rom von Zwischenfall gestört
·Frau erwischt den Papst am Kragen
Geistesgestörte greift Benedikt bei der Mette an
Der Papst ist bereit, jener Frau zu verzeihen, die ihn am Beginn der Weihnachtsmette im Petersdom attackiert hatte. Nach Abschluss der Untersuchung zum Angriff der 25-jährigen Italo-Schweizerin Susanna M. könnte sich der Heilige Vater zu einer Geste der Barmherzigkeit entscheiden, sollte es bewiesen sein, dass die Frau psychisch gestört ist, hieß es aus dem Vatikan.
"Die Tatsache, dass die Frau unbewaffnet und wegen psychischer Probleme bereits behandelt wurde, ist schon vielsagend. Die Untersuchung konzentriert sich auf den Gesundheitszustand der Frau. Danach wird man entscheiden, ob ein Prozess stattfinden oder ob sie freigesprochen wird", sagte Giuseppe Dalla Torre, Präsident des Gerichts des Heiligen Stuhls.
Die Untersuchung werde nicht lang dauern. "Eine Geste der Barmherzigkeit des Papstes ist möglich", versicherte Dalla Torre. Er schloss nicht aus, dass der Heilige Stuhl Susanna M. künftig verbieten könnte, den Vatikan zu betreten, da sie bereits bei der Christmette im vergangenen Jahr versucht hatte, sich dem Papst zu nähern.
Behörden ermitteln
Der Fall beschäftigt auch die italienischen Behörden. Vincenzo Nardi, Präsident einer Sektion des Kassationsgerichts, ist der Ansicht, dass sich auch Italien um den Angriff auf Benedikt XVI. kümmern sollte. "Da sich die Frau in einer Klinik in Subiaco befindet, ist auch das italienische Justizsystem für den Fall verantwortlich", meinte Nardi.
Inzwischen wurden von den vatikanischen Justizbehörden die Sicherheitsbeamte und einige Gläubige befragt, die den Angriff beobachtet hatten. Um die Untersuchung abzuschließen, will der Vatikan noch Dokumente über den Gesundheitszustand der Frau überprüfen. Der vatikanische Staatsanwalt Nicola Picardi ist der Ansicht, dass der Fall diese Woche abgeschlossen werden könnte. Das letzte Wort hat der vatikanische Richter Piero Antonio Bennet zu sagen.
(apa/red)
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