Regierungsanhänger auf den Straßen: Groß-
Demonstration gegen Opposition im Iran
- 500 Oppositionelle verhaftet - UNO "schockiert"
- Kundgebung: Demonstranten riefen "Tod Moussavi"

·Iran: Polizeiauto
rast in Demonstranten
Das CNN-VIDEO: Ein Mensch wird überfahren
·Obama stärkt Irans
Opposition den Rücken
Regime geht weiter
gegen Protestierende vor
·Blutlachen säumen die Straßen im Iran
Neffe Moussavis getötet, Leiche ist verschwunden
·"Einer dümmer
als der andere"
Ahmadinejad beschimpft europäische Politiker
Im Iran sind Hunderttausende Anhänger der Regierung bei staatlich organisierten Großdemonstrationen auf die Straßen gegangen, um gegen die Opposition zu demonstrieren. Solidaritätskundgebungen für den umstrittenen Staatspräsidenten Mahmoud Ahmadinejad gab es in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten, wie das staatliche Fernsehen berichtete.
Drei Tage nach den blutigen Ausschreitungen zwischen Gegnern der Regierung und Sicherheitskräften mit acht Toten versammelten sich allein in Teheran Zehntausende Regierungsanhänger. Unbestätigten Berichten zufolge wollten sie vor einem der Büros von Oppositionsführer Mir-Hossein Moussavi in Teheran so lange einen Sitzstreik abhalten, bis der Politiker festgenommen wird.
Bei der Kundgebung riefen die Demonstranten "Tod Moussavi". Auch Rufe wie "Nieder mit den USA, Israel und Großbritannien" wurden laut. Die Regierungsanhänger forderten von der Justiz, ihnen zu erlauben, sich an Oppositionsanhängern zu rächen, weil sie ihrer Ansicht nach durch die Proteste anlässlich der Ashura-Feierlichkeiten am vorigen Sonntag dieses heilige Fest entweiht hätten. Schon am Dienstag hatten offiziellen Angaben zufolge Zehntausende für die Regierung demonstriert.
Der iranische Polizeichef Esmail Ahmadi Moghaddam (Mokadam) warnte die Opposition indes eindringlich vor neuen Protestaktionen."Für Toleranz gegenüber Teilnehmern an illegalen Kundgebungen ist kein Platz mehr", sagte Ahmadi Moghaddam nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA. Sie müssten mit einem harten Einschreiten von Polizei und Justiz rechnen. Einige der am Sonntag festgenommen Demonstranten seien "Feinde Gottes" und würden entsprechend bestraft. Ihnen droht in der Islamischen Republik die Todesstrafe, die bereits am Dienstag ein Vertreter des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei gefordert hatte.
Moghaddam berichtete von 500 verhafteten Oppositionsanhängern. Die Zahl könnte noch höher sein, da Mitglieder der Basij-Miliz sowie Geheimdienstagenten von sich aus weitere Festnahmen vorgenommen haben könnten. Bei den blutigsten Protesten seit der umstrittenen Präsidentenwahl im Juni waren am Sonntag mindestens acht Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Neffe von Oppositionsführer Moussavi. Der US-Fernsehsender CNN zeigte am Mittwoch ein Amateurvideo, auf dem zu sehen ist, wie ein grünweißes Polizeiauto in eine Menge rast und unter dem Schreien von Menschen einen Demonstranten überfährt. Die Polizei hatte jede Verantwortung für die Toten von sich gewiesen, zugleich aber eine Untersuchung versprochen.
Präsident Ahmadinejad, dessen umstrittene Wiederwahl im Sommer Auslöser der Proteste war, hatte die Demonstrationen der Opposition am Dienstag als Werk des Auslands bezeichnet. Die Revolutionsgarden beschuldigten ausländische Medien, zum Schaden der Islamischen Republik mit den Gegnern der Regierung zusammenzuarbeiten.
(apa/red)
