Dienstag, 29. Dezember 2009

Obama stärkt Irans Opposition den Rücken:
Regime geht weiter brutal gegen Kritiker vor

  • Führende Oppositionelle sind festgenommen worden
  • Leichen getöteter Demonstranten nicht freigegeben

Nach den blutigsten Protesten im Iran seit Monaten mit mindestens acht Toten geht das Regime mit aller Härte gegen seine Kritiker vor. Mehrere Berater von Oppositionsführer Moussavi sowie ein früherer Außenminister wurden nach unbestätigten Angaben festgenommen. US-Präsident Obama verurteilte das brutale Vorgehen der iranischen Behörden scharf und sicherte den Demonstranten seine Unterstützung zu.

Unschuldige iranische Bürger würden gewaltsam unterdrückt, sagte Obama an seinem Urlaubsort auf Hawaii. Die Iraner versuchten lediglich, ihre Grundrechte auszuüben, sagte Obama. "Jedes Mal, wenn sie das getan haben, traf sie die eiserne Faust der Brutalität, sogar während feierlicher Anlässe und an heiligen Tagen", so der Präsident weiter. Zuvor hatten bereits die EU wie auch Deutschland das Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte verurteilt.

Bei den jüngsten Protesten gegen die Regierung des iranischen Präsidenten Ahmadinejad waren mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei ordnete eine Obduktion von fünf der acht Toten an. Darunter ist offenbar auch die Leiche des am Wochenende getöteten Neffen des Oppositionsführers Moussavi, die zunächst als vermisst galt.

Die iranischen Behörden teilten mit, dass die Leichen der fünf oppositionellen Demonstranten vorerst nicht für eine Bestattung freigeben werden. Hintergrund der Nicht-Freigabe der Leichen könnte sein, dass die Behörden verhindern wollen, dass die Begräbnisse zum neuen Sammelpunkt der Opposition werden könnten.
(apa/red)

29.12.2009 08:25