Dienstag, 29. Dezember 2009

FP-Landeschef Egger ohne Spur von Reue: Exiljuden-Sager habe sich sogar "rentiert"

  • Politiker: Zitat hat Integrationsdebatte erst belebt
  • "Will man etwas bewegen, muss man Klartext reden"

Für Vorarlbergs FPÖ-Landesparteichef Dieter Egger hat sich sein "Exil-Juden"-Sager im heurigen Sommer insofern "rentiert", als er damit viel Bewegung in die Integrationsfrage gebracht habe. "Wenn man politisch etwas bewegen will, muss man auch einmal Klartext reden und Diskussionen vom Zaun brechen", sagte Egger. Danach befragt, ob er heute dieselbe Formulierung wählen würde, meinte er: "Im Nachhinein ist das schwer zu beurteilen."

"Wenn ich mit diesem Ausspruch eine Diskussion losgelöst habe über Integration, dass man bei Migranten in Zukunft stärker die Pflichten einfordern muss und dass auch die anderen Parteien erkannt haben, dass man das Thema nicht permanent schönreden und totschweigen kann, dann - würde ich sagen - hat es sich rentiert", so Egger in einem Jahresrückblick-Interview mit ORF Radio Vorarlberg.

Seine Partei habe es geschafft, dass man in Vorarlberg heute sehr offen über das Integrations-Thema diskutieren könne. "Das halte ich für wichtig, weil es eines der maßgeblichen Probleme unseres Landes ist", betonte der FPÖ-Politiker. Wenn man die Probleme lösen wolle, müsse man sie auch beim Namen nennen.

Sager sorgte für große Empörung
Egger hatte im August für österreichweite Empörung gesorgt, als er im Wahlkampf zur Vorarlberger Landtagswahl den deutschen Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems, Hanno Loewy, einen "Exil-Juden aus Amerika" nannte. Aufgrund der Weigerung Eggers, sich zu entschuldigen, kündigte die Vorarlberger ÖVP die Jahrzehnte währende Regierungszusammenarbeit mit den Freiheitlichen auf.

Scharfe Kritik von SPÖ
SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas übte scharfe Kritik an Egger - konkret daran, dass er meinte, sein "Exil-Juden"-Sager habe sich letztlich rentiert. Damit oute sich die FPÖ einmal mehr "als eine Partei, die offenen Antisemitismus als probates politisches Mittel ansieht". Es sei demokratiepolitisch gefährlich, dass der Landesvorsitzende einer Parlamentspartei nach einer solch "skandalösen antisemitischen Entgleisung" nicht zurücktreten musste.


(apa/red)

29.12.2009 16:55
littlesteven, 30. 12. '09 09:36
Bezeichnend!
Auch ich stehe einer Laura Rudas sehr kritisch gegenüber, aber in erster Linie finde ich es bezeichnend für die politische Stimmung in diesem Land, dass sich die einzigen beiden Kommentare zu diesem Artikel nicht gegen den unsäglichen Antisemitismus, der in diesem Fall von Dieter Egger offen zur Schau gestellt und sogar noch verteidigt wird, richten, sondern gegen diejenige, die das kritisiert.
Vasant, 30. 12. '09 11:33
Re: Bezeichnend!
Ich weiß nicht, was an dem Sager "Exil-Juden" als
Antisemitismus zu werten ist? Es sind damals viele
Juden ins Exil gegangen und das ist eine Tatsache!

Die andere Tatsache ist, dass eine Rudas offen den
Rücktritt eines Politikers fordert und andererseits im
eigenen Lager der SPÖ gewisse Leute wie ein Faymann
nur Mist produzieren, keine Ahnung von Politik haben
und hier nicht mal annähernd nach etlichen Niederlagen
ein Rücktritt angedacht wird!

Rassismus, Hass, Gewalt und Brutalität hast in vielen
Ländern, deswegen frage ich mich, warum man immer
"nur" über Antisemitismus redet? Wie nennt man denn
das gezielte Töten von Palästinensern? Aber darüber
schweigt die Welt!
jamesdean_1, 30. 12. '09 12:36
Re: Bezeichnend!
@vasant

Aus Ihrem Kommentar ist klar herauszulesen, welch Geistes Kind Sie sind und für welche Partei Sie bei der nächsten Wahl wohl ihr Kreuzerl machen werden. Was meinen Sie eigentlich mit "damals"? Während/nach dem 2. Weltkrieg? Unglaublich, wie Sie verharmlosen und herunterspielen. Ihnen ist schon klar, welche Hintergedanken man hat und welche Gefühle man weckt, wenn man einen "Exiljuden aus Amerika" öffentlich heruntermacht?
Vasant, 30. 12. '09 21:29
@ jamesdean
Wenn man uns Österreicher ständig aufgrund unserer
schlimmen und schrecklichen Vergangenheit als NAZIS
bezeichnet und uns so verurteilt, dann haben wir die
Schnauze zu halten, aber wehe wenn jemand sich traut
z.B. das Wort "Exil-Jude" auszusprechen, was ebenfalls
ein Fakt der Geschichte ist/ war, dann regnets Kritik von
allen Seiten?

Na, dann fangen wir mal an alle an der Pranger zu
stellen die das Wort Nazi in Verbindung mit Österreich
in einem Satz aussprechen;)

Ich hab damals nicht gelebt und zahle heute noch
Erbschulden für Verbrecher mit denen ich NICHTS
zu tun hatte und da regt sich auch keiner auf, also
warum regt sich jetzt jeder über ein Wort wie z.B.
"Exil-Jude" auf?
Viennese, 30. 12. '09 08:57
Schon wieder die Rudas!
Es ist unglaublich wieviel Dummheit in einer einzigen Person stecken kann. Rudas hat aus nicht nachvollziehbaren gründen die Stelle einer Bundesgeschäftsführerin bekommen, hat aber keine Ahnung was sie damit machen soll. jetzt gibt sie halt dümmliche Kommentare. Ob das allerdings einer SPÖ sehr helfen wird, wage ich zu bezweifeln.
Vasant, 29. 12. '09 19:38
Ist die Rudas ein Klon vom Faymann?
Oder ist es Zufall, dass die beide ähnlich ... wie soll ich es
am Besten sagen ... unintelligent in deren Aussagen sind;)

Ich finde es auch sehr skandalös, dass ein Faymann nach
all dem Mist den er macht nicht zurücktritt Frau Rudas!!!!!
Nicht der FPÖ Tipps geben, sondern mal besser selbst die
eigene Partei ausmisten!

Ich war mal überzeugter SPÖ Wähler und seit dem
Faymann will ich von der Partei NICHTS mehr wissen
werte Frau Rudas! Über solche Tatsachen sollte sich
die SPÖ mal Gedanken machen und rasch handeln
und nicht über Sager der FPÖ!

Die kann NICHTS für den Mist den die SPÖ da seit
Jahren veranstaltet und für die Tatsache, dass man
ehemalige Stammwähler an die ÖVP verkauft hat!!!