Montag, 18. Jänner 2010

Wo sind eigentlich die Grünen? Glawischnig sucht den Weg aus dem politischen Vakuum

  • 2010 wird zum Bewährungsjahr für "neue Grüne"
  • Ein Jahr Glawischnig: Gut gegangen, nix geschehen

Können Sie sich erinnern, wann die Grünen zuletzt für politische Furore gesorgt haben? Nein? Kein Wunder, die Partei arbeitet seit dem eher enttäuschenden Ergebnis bei der letzten Nationalratswahl 2008 nämlich intensiv an der Schärfung ihres Profils, unter Ausschluss der Öffentlichkeit gewissermaßen. Die zweifache Mutter Eva Glawischnig, die heute vor einem Jahr Nachfolgerin von Bundessprecher Alexander van der Bellen wurde, hat ihre Partei seit ihrem Antreten offenbar in die politische Karenz geschickt. NEWS.at sprach mit OGM-Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer über das letzte Jahr und die Zukunft der Grünen.

Gewiss, nimmt man die Wahlergebnisse als Erfolgsindikatoren für das vergangene Jahr, zeigt sich bei den Grünen eine leicht positive Tendenz. Bei den Landtagswahlen fuhr die Partei durchwegs respektable Ergebnisse ein: In Vorarlberg, Oberösterreich und in Salzburg konnte das Gros der Stimmen gehalten werden. Auch der Stimmenverlust bei der Europawahl im Juni hielt sich mit drei Prozent einigermaßen in Grenzen.

Ein Jahr zum Vergessen
Trotzdem hinterlässt das Jahr 2009 aus Sicht der Bundes-Grünen einen im wahrsten Sinne des Wortes faden Nachgeschmack. Im Jahr eins unter Eva Glawischnig ist nach außen hin nicht wirklich viel passiert - sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Beinahe ist man verleitet zu sagen, die Grünen stünden vor dem Absturz in die politische Bedeutungslosigkeit. Trotz neuer Frontfrau.

Ganz so schlimm sei es zwar nicht, erklärt OGM-Chef Wolfgang Bachmayer im Gespräch mit NEWS.at. Dass sich die Grünen letztes Jahr sehr schwer getan haben, in innenpolitischen Debatten Gehör zu finden, sei allerdings mehr als offensichtlich. "Die Grünen haben mit einer deutlichen Profilschwäche zu kämpfen. Das ist einerseits damit erklärbar, dass die Partei selbst noch auf der Suche nach der geeigneten strategischen Positionierung ist. Andererseits deckt der zunehmende Diskussionslärm in der SPÖ-ÖVP-Regierung alles andere mehr oder weniger zu", so der Meinungsforscher.

Die Grünen - eine moderne Linkspartei?
Erste Anzeichen dafür, wie der künftige Weg der Grünen aussehen könnte, liefert ein Blick auf die Kandidatenlisten für die heuer anstehenden Wahlen, die für die Ökopartei von großer Bedeutung sind. Auf der Liste der Grünen für die Gemeinderatswahl in Wien (voraussichtlicher Termin: 10. Oktober) wird etwa der führende Globalisierungskritiker Klaus Werner Lobo stehen. Ähnliche Positionen wie Lobo vertritt auch Michel Reimon, den die burgenländischen Grünen als Spitzenkandidat in die Landtagswahl, die wahrscheinlich am 2. Mai stattfinden wird, schicken.

Rückschlüsse auf die zukünftige Positionierung im Parteienwettbewerb erlaubt auch die Ansage von Eva Glawischnig im Zuge der Neujahresklausur der Grünen. Neben Umweltthemen will man künftig verstärkt die Armuts- und Korruptionsbekämpfung auf die grüne Agenda setzen. Bachmayer hält die Strategie der Grünen, sich auf diesem Weg in eine "moderne Linkspartei" zu verwandeln, für durchaus naheliegend - vor allem angesichts der Sinn- und Führungskrise beim Mitbewerber SPÖ.

Glawischnig for President
2010 wird jedenfalls zum Bewährungsjahr für den Zukunftskurs der Grünen. Der Demoskop hält vor allem die Bundespräsidentenwahl (wahrscheinlich im April) für eine geeignete Nagelprobe für das neue Profil der Partei, die sich noch nicht entschieden hat, ob sie einen Kandidaten gegen Heinz Fischer ins Rennen schickt: "Das Wahlergebnis ist hier völlig zweitrangig. Es geht eher darum, sich in neuem Gewand zu präsentieren, Überzeugungsarbeit für die neue Richtung zu leisten und somit die Landtagswahlkämpfe frühzeitig zu unterfangen. Das Naheliegendste wäre, Eva Glawischnig selbst als Kandidatin in den Wahlkampf zu schicken."

Ob der neue Linkskurs bei den bürgerlichen Wählern der Ökopartei, die den politischen Pragmatismus van der Bellens zu schätzen wussten, ankommt, bleibt allerdings abzuwarten. Der schon jetzt in Zwischentönen anklingende "Kampf gegen die Superreichen" könnte zum politisch riskanten Manöver werden. Vielleicht ist das gar keine schlechte Strategie: Ein weiteres farbloses Jahr in der Versenkung können sich die Grünen sowieso nicht leisten.

(jt)

18.1.2010 09:44
solarius, 17. 01. '10 20:08
Suche
Die Grünen sind noch immer auf der Suche nach ihrem Profil und sie finden es nicht, so was. Dabei werden sie auch bald nach Stimmen suchen un sie finden diese auch nicht. So ein linker Chaotenhaufen, die schon auf türkische Abgeordnete zurückgreifen müssen, hat eigentlich in Österreich nichts verloren. Die wöchentliche Turnpatscherlmarschiererei haben sie, glaube ich, aufgegeben, wo sie durch Wien gezogen sind und Spuren der Verwüstung hinterlassen haben. Sie vermehren sich zu unserem Glück eh nicht, weil sie alle Schwulen, Lesben und Lauwarmen um scih scharen.
klauswernerlobo, 17. 01. '10 14:47
keine angst ;-)
wenn "links" bedeutet, den reichsten zehn prozent der bevölkerung, die derzeit zwei drittel der österreichischen vermögen besitzen, einen bescheidenen beitrag zur aufrechterhaltung des sozialsystems abzuverlangen: bitte schön.

dieses sozialsystem wird nämlich bisher in erster linie vom mittelstand aufrecht erhalten. multimillionäre und konzerne tragen dazu kaum was bei. diesen skandal zu ändern nutzt daher sowohl den sozial benachteiligten als auch bürgerlichen menschen.
Vasant, 17. 01. '10 16:52
Mittelschicht wurde ausgerottet!
Man wollte nur mehr arm und reich und seit Beginn der EU
und Globalisierungsfalle hat man die Mittelschicht eindeutig
und systematisch ausgerottet.

Nur blöd, dass die Minderheit der Reichen das Geld nicht
mehr so verteilt, dass allgemein die Wirtschaft davon
leben kann;) An das hat keine gedacht und das werden
auch "Grüne" nicht ändern können bzw. die schon gar
nicht;)
Vasant, 17. 01. '10 13:05
Die GRÜNEN sind sinnlos!
Sparen wir uns doch viel Geld und lösen wir diese "Partei"
einfach auf. Was machen die? Wer sind die? Und was hat
uns diese "Truppe" bisher gebracht? Richtig ... nichts!

Daher sparen wir uns lieber das Geld und die Hobby
Politiker sollen abtreten und die Glawischnig in Karenz
bleiben!
sidestep, 17. 01. '10 15:00
Re: Die GRÜNEN sind sinnlos!
Bin voll deiner Meinung. Aber das mit dem "Einsparen" kann nur der Wähler entscheiden oder würdest du, wenn du am Trog bist, dich dort freiwillig wegbegeben? Solange es noch Leute gibt, die auf die Versprechungen dieser Truppe hereinfallen und auch noch glauben, sie würden zur geistigen Elite des Landes gehören, weil sie bei Grün ein Kreuzerl machen, so lange werden die nicht aussterben!
Noch inaktiver als sie derzeit sind, können sie gar ncht mehr werden. Die bekommen das Steuergeld umsonst!
Vasant, 17. 01. '10 16:50
Re: Die GRÜNEN sind sinnlos!
Da gebe ich dir natürlich recht ... den "Politikern" der
Grünen, wenn man das/die so nennen kann, wirds
egal sein, was wir denken. Die kassieren halt brav
und damit es wie Arbeit für uns aussieht präsentieren
die halt immer irgendwelche Ideen ... hirnlose und
teilweise unmöglich realisierbare, aber halt doch Ideen;)

Die Steuergelder die wir für die zum Fenster
rausschmeißen müßen ja durch irgendetwas
gerechtfertigt werden;)

Eine Glawischnig sollte sich mehr um den
Nachwuchs kümmern und nicht auf Mutter-
und Business Frau zugleich machen.
Wien_1190, 18. 01. '10 14:33
Re: Die GRÜNEN sind sinnlos!
nichtnur die Grünen x)

Die Politische Situation in Österreich ist leider dramatisch,
nur so wird es sich auch nicht ändern. Man könnte natürlich einmal anfangen bei den Parteien einzusparen ;), weil wozu 10Parteien, die allesamt nichts zusammenbringen. Das kostet nur Geld!! und nicht wenig nebenbei!!!

Man sollte mal die ganzen "alt eingesessenen" "Politiker" ablösen, und durch junge Leute, die noch Interesse an der Aufrechterhaltung ihres Landes haben austauschen!!! Anders wird es nicht gehn, was auch vollkommen klar ist. Ein 75Jähriger hat total andere Vorstellungen vom "Leben" als ein 20Jähriger!! ...

Nunja wir werden sehn wie es "gedreht wird" ;)

"Die Welt ist im Wandel" :P
sidestep, 17. 01. '10 09:54
Alev Korun
So lange diese Grüne Farce eine völlig weltfremde Abgeordnete wie Alev Korun in ihren Reihen duldet, so lange werden sie immer mehr schrumpfen. Was diese Dame in den letzten Tagen im ORF von sich geben durfte (Thema usw), läßt jeden Menschen am Verstand der Grünen, diese Immigrationsabgeordnete in ihren Reihen zu halten, zweifeln. Sie ist genau das, was sie immer an den anderen kritisiert: Hasserfüllt gegen jeden, der anders denkt wie sie. Diese Pseudogrüne wird neben anderen Abgeordneten, wie ein Alexander van der Bellen, der nur mehr im Parlaent zu sitzen scheint, um seine Gage abzuholen und vor Inaktivität nur so strotzt, dafür verantwortlich sein, dass es mit den Grünen weiter abwärts geht! Van der Bellen scheint dies "wurscht" zu sein.