Fekter macht den Zivis das Leben schwer:
Krankenstand soll bald eingearbeitet werden
- Innenministerin: Dienstzeit ab 3 Fehltagen verlängern
- Hilfsorganisationen sehen keine massiven Probleme

·Trägerorganisationen
haben kein Problem
Man ist mit dem Einsatz der Zivildiener zufrieden
·Missbrauch muss geahndet werden
SPÖ ist gesprächsbereit über Fekters Vorschlag
Beim Zivildienst soll Missbrauch abgestellt werden. Innenministerin Fekter plant für 2010 eine entsprechende Novelle, kündigte sie an. Konkret geht es um Zivildiener, die ihre Zeit mehr oder weniger im Krankenstand absitzen. Sie sollen die Fehlzeit einarbeiten. Fekter betonte, dass es hier entsprechende Klagen der Trägerorganisationen gebe, die mit dem Missbrauch ihre liebe Not hätten.
Denn wenn sich ein Zivildiener ständig krank melde, hätten die Hilfsorganisationen kein Personal und könnten auch kein zusätzliches rekrutieren. Daher soll nun der Krankenstand eingearbeitet werden. Die von Fekter geforderte Nachleistung gibt es bereits. Derzeit muss allerdings erst "nachgedient" werden, wenn ein Krankenstand mehr als 24 Tage dauert. Fekter will diese Frist auf ein Achtel, drei Tage, verkürzen.
Fekters Vorschlag sorgte allerdings großteils für Unverständnis: Probleme mit Krankenständen gebe es nicht, im Gegenteil, man sei mit dem Einsatz der Zivildiener sehr zufrieden. Das war der Tenor eines Rundrufes bei den Trägerorganisationen Rotes Kreuz, Volkshilfe, Neustart und Hilfswerk. Eine gesetzliche Regelung, um Krankenstands-Missbrauch abzustellen, wird als nicht nötig erachtet. Von der Sozialistischen Jugend und der Österreichische Gewerkschaftsjugend kam sogar scharfe Kritik.
Die SPÖ zeigte sich beim Thema Zivildienst gesprächsbereit. Aber man werde sich "den Entwurf im Detail ansehen" und mit der Zivildienstserviceagentur sowie den größeren Trägerorganisationen diskutieren müssen, meinte SPÖ-Sicherheitssprecher Pendl.
(apa/red)
