Faymann kritisiert Fekters Alleingang:
"Sie hätte uns vorab informieren sollen"
- Asylzentrum: Verhalten ist "verbesserungswürdig"
- Fekter-Sprecher: "Haben neuen Weg beschritten"

·Fekters Alleingang: Faymann 'not amused'
Asylzentrum: 'Hätte uns vorab informieren sollen'
·Asyl-Einrichtungen auf heimischem Boden
GRAFIK: Eberau soll weiterer Standort werden
Bundeskanzler Werner Faymann ist mit der Entscheidungsfindung von Innenministerin Maria Fekter für das bundesweit dritte Erstaufnahmezentrum für Asylbewerber im südburgenländischen Eberau unzufrieden. "Statt einen solchen Alleingang zu vollziehen, wäre es klüger gewesen, die Regierungskollegen vorab zu informieren", sagte sein Sprecher Leo Szemeliker.
Der Gemeinderat des 960-Einwohner-Ortes im Grenzgebiet zu Ungarn war Freitagabend vor vollendete Tatsachen gestellt worden: In dem Zentrum sollen ab 2012 rund 300 Flüchtlinge die ersten paar Wochen ihres Asylverfahrens verbringen, teilte Bürgermeister Walter Strobl mit. Von seinen vorhergehenden Verhandlungen mit Fekter hatte er nichts verlauten lassen.
"Verbesserungswürdig"
Fekter hatte Faymann erst Freitagnachmittag telefonisch über den Zuschlag für Eberau informiert, als sich dieser noch beim Weltklimagipfel in Kopenhagen befand. Rückwirkend betrachtet ist das für den Regierungschef "vor allem angesichts der jetzt heftigen politischen Reaktionen verbesserungswürdig", sagte Szemeliker gegenüber "Der Standard".
Die Kritik, so betont dieser, richte sich keineswegs gegen das Projekt als solches ("Es ist allen Verantwortlichen klar, dass wir ein drittes Erstaufnahmezentrum brauchen, um jenes im niederösterreichischen Traiskirchen zu entlasten"), sondern gegen die Geheimhaltung im Vorfeld.
(apa/red)

