Österreich steigt auf die Konsum-Bremse:
Private Ausgaben sind heuer am Stagnieren
- Vermehrter Verzicht auf Urlaub und Essen außer Haus
- Ein Haushalt gibt 34.700 Euro für Privatkonsum aus

·Mehr Kaufsüchtige trotz Wirtschaftskrise
Probleme bei etwa 30 Prozent der Österreicher
Die österreichischen Konsumenten steigen heuer auf die Ausgabenbremse: Die Konsumausgaben werden lediglich der Inflationsrate entsprechend um 0,5 Prozent steigen und damit real stagnieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens RegioPlan. Weniger Geld als bisher fließe in die Bereiche Verkehr und Kommunikation, wofür zu einem großen Teil der günstige Treibstoff verantwortlich sei.
Es werde auch tatsächlich gespart und zwar bei den Extras wie Urlaub und Verzehr außer Haus, so Michael Oberweger, Leiter des Consultings bei RegioPlan. Gestiegen seien hingegen die Ausgaben für Gesundheit, Bildung und Wohnen.
Sparen liegt im Trend
Das Kaufkraftvolumen der Österreicher sei durch die hohen Lohnabschlüsse 2008, die Steuerreform und die geringe Inflation insgesamt weiter gestiegen, doch immer weniger von den steigenden Ausgaben wird laut Regioplan für den privaten Konsum aufgewendet. Der Anteil des nicht privaten Konsums an den gesamten Haushaltsausgaben liege bereits bei 17 Prozent, darunter fallen etwa Gebühren, Versicherungen, Kreditrückzahlungen und Spareinlagen.
Seit 2001 sind die Ausgaben für den privaten Konsum um rund zwei Prozent pro Jahr gestiegen, heuer wird sich das Plus auf 0,5 Prozent einbremsen, so die Experten von RegioPlan. Zum einen sind die größten Preistreiber - Lebensmittel und Treibstoff - 2009 nur leicht gestiegen, zum anderen geben die Österreicher ihr Geld bewusster aus. "Die Konsumenten schichten ihr Geld um", so Oberweger.
Einzelhandel fällt zurück
Der Handel verliere dabei immer mehr an Bedeutung, denn immer mehr des ausgegebenen Geldes fließt am Einzelhandel vorbei. Die Bereiche Wohnen und Energie werden langfristig immer mehr vom Haushaltsbudget verschlingen, so Oberweger. Die Bereiche Bildung, Freizeit und Gesundheit werden weiter an Bedeutung gewinnen. Für den klassischen Einzelhandel werde da nicht mehr so viel abfallen.
Sparen gewinne als Ausgabenposten weiter an Bedeutung: Zusätzlich zu den 34.700 Euro, die ein Haushalt im Jahr für den privaten Konsum ausgibt, fallen noch etwa 7.100 Euro an Kreditrückzahlungen, Versicherungen, Spareinlagen und Pensionsfonds aber auch an Gebühren und Strafen an. Der Anteil an den Haushaltsausgaben ist laut Oberweger in den letzten zehn Jahren von rund 10 auf 17 Prozent gestiegen.
(apa/red)
