Vereitelter Terrorplan hat Folgen: Lange
Wartezeiten und Kontrollen bei US-Reisen
- Attentäter in den Fußstapfen des "Schuhbombers"
- Niederländer Jasper Schuringa wird als Held gefeiert

·Helden von Flug 253 entgehen Anschlag
Vereitelter Terrorplan in Flugzeug zu Weihnachten
·Versuchter Anschlag auf ein US-Flugzeug
Hatte Verdächtiger Kontakte zu Al-Kaida?
·EU überprüft ihre Sicherheitsregeln
Nach missglücktem Flugzeug-Anschlag
Nach dem vereitelten Terroranschlag an Weihnachten auf ein voll besetztes US-Passagierflugzeug müssen sich Reisende aus aller Welt bei Flügen in die USA auf längere Wartezeiten und noch weiter verschärfte Kontrollen einstellen. An den Flughäfen der USA und in vielen Staaten Europas wurden die Kontrollen am Wochenende weiter verschärft. Gegen den mutmaßlichen Attentäter aus Nigeria wurde unterdessen Anklage erhoben.
Demnach soll Umar Faruk Abdulmutallab versucht haben, den Airbus der Fluggesellschaft Delta-Northwest Airlines beim Landeanflug auf Detroit mit Hilfe des hochexplosiven Sprengstoffs Nitropenta (PETN) in die Luft zu sprengen. Er wurde auch von dem sogenannten Schuhbomber Richard Reid verwendet, der 2001 versucht hatte, einen Anschlag auf einen Transatlantikflug zu verüben. Laut Anklageschrift hatte der 23-Jährige ausgesagt, er habe den vermutlich in seine Unterwäsche eingenähten Sprengstoff mit Hilfe einer in einer Spritze mitgebrachten Chemikalie zur Explosion bringen wollen. Dabei setzte er seine Kleidung und die Flugzeugwand in Brand, dann wurde er von Passagieren und Besatzung überwältigt.
Als Folge des Zwischenfalls müssen jetzt Passagiere in der letzten Stunde des Fluges vor der Landung sitzen bleiben, berichteten mehrere Fluggesellschaften - darunter British Airways und Air Canada. Außerdem dürfen die Flugreisenden in diesem Zeitraum nicht mehr an ihr Handgepäck. Während des gesamten Fluges sind Gegenstände auf dem Schoß vorerst nicht gestattet. An Flughäfen wird auf Wunsch der US-Behörden an jedem Abflugsteig noch einmal gesondert Handgepäck durchsucht, Reisende werden noch einmal besonders kontrolliert.
Von Al Kaida in Jemen ausgebildet
Den Ermittlern sagte Abdulmutallab, er sei in einem Trainingslager der Al Kaida im Jemen ausgebildet worden. Dort habe er auch den Sprengstoff erhalten sowie genaue Anweisungen, wie und wann er ihn einsetzen sollte. Im nigerianischen Lagos bestieg der Student einen KLM-Flug nach Amsterdam, wo er auf die Maschine nach Detroit umstieg. Im Juni 2008 hatte er nach Angaben eines US-Regierungsvertreters ein Visum für die USA bekommen und obwohl er auf einer Beobachtungsliste der USA stand, hatte er kein Flugverbot.
Abdulmutallab ist der jüngste Sohn eines angesehenen nigerianischen Ex-Ministers und Bankiers. Er ging nach nigerianischen Zeitungsberichten auf die International British School in der togolesischen Hauptstadt Lomé, zwischen 2005 und 2008 studierte er in London Maschinenbau. Dann lehnten die britischen Behörden nach Regierungsangaben vom Sonntag aber seinen Antrag auf ein neues Visum ab. Britische Ermittler setzten unterdessen die Spurensuche in drei Immobilien des Nigerianers fort.
Der Zwischenfall hat aber auch einen neuen Helden hervorgebracht: Den niederländischen Video-Produzenten Jasper Schuringa. Im Fernsehen schilderte er, wie er auf den mutmaßlichen Attentäter sprang, ihn niederrang und das Feuer löschte, bevor er ihn gemeinsam mit der Crew fesselte und von den anderen Passagieren isolierte. Im Internet erreichte Schuringa schon nach kurzer Zeit Kultstatus.
(apa/red)
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