Donnerstag, 24. Dezember 2009

Zu Weihnachten in Bethlehem: Tausende Gläubige feiern Fest in Jesu' Geburtsstadt

  • Friedensappell des Lateinischen Patriarchen
  • Sondergenehmigung: Christen aus Gazastreifen dabei

Tausende von Gläubigen haben an den Weihnachtsfeierlichkeiten in Bethlehem teilgenommen. Am Nachmittag zog die traditionelle Weihnachtsprozession aus Jerusalem in der Stadt ein, die Christen als Geburtsstadt Jesu heilig ist. Die Kirchenrepräsentanten unter Leitung des lateinischen Patriarchen Fouad Twal wurden nach ihrer Ankunft von Pfadfinder-Fanfarenzügen bis zum Krippenplatz vor der Geburtskirche begleitet. Dort wurden sie von tausenden Gläubigen und Besuchern feierlich in Empfang genommen, es waren auch Auftritte von Chören aus aller Welt geplant.

Nach Angaben des Bürgermeisters Victor Batarseh feiern etwa 15.000 Besucher Weihnachten in der Stadt im südlichen Westjordanland, die Hotels sind fast vollständig ausgebucht. Auch im letzten Jahr war die Situation ähnlich, während die Tourismusbranche in den Jahren zuvor unter der Gewalt in der Region litt und Einbußen hinnehmen musste. Die Stadt ist teilweise durch eine Mauer von Israel getrennt, die Reise dorthin ist mitunter mühsam.

In Bethlehem leben etwa 40.000 Menschen, davon 35 bis 50 Prozent Christen. In den 50er Jahren waren noch 90 Prozent der Bewohner christlichen Glaubens.

Ausreise aus Gazastreifen
Israel erlaubte 420 Christen die Ausreise aus dem blockierten Gazastreifen, damit diese an den Feierlichkeiten in Bethlehem teilnehmen konnten. Im Gazastreifen mit seiner Bevölkerung von knapp 1,5 Millionen Menschen leben etwa 3000 Christen. Israel hat aus Sicherheitsgründen nur Christen im Alter von unter 18 und über 35 Jahren Ausreisegenehmigungen aus Gaza erteilt.

Der Jerusalemer Patriarch leitet auch die Mitternachtsmesse in der Geburtskirche Bethlehems, zu der auch Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas erwartet wird. In seiner Weihnachtsbotschaft äußerte Erzbischof Twal ungeachtet aller Rückschläge Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts: "Das Geschenk, das wir uns am meisten wünschen, mehr als Geld und Reichtum, ist Frieden."

(apa/red)

24.12.2009 14:56