Winter stürzt Europa ins Chaos: Schnee und Eis legen mehrere Flughäfen komplett lahm
- Tausende Passagiere saßen auch über Nacht fest
- Massive Ausfälle in Frankfurt, London und Mailand
·Grimmige Kälte ist
wieder im Abklingen
Weihnachts-Tauwetter
setzt "rechtzeitig" ein
·Willkommen im Winter Wonderland!
Chaos und weiße Pracht von den USA bis Europa
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Kälte und Schnee haben Europa in ein Verkehrschaos gestürzt - und zwar sowohl zu ebener Erde als auch im ersten Stock. Nicht nur Straßen waren durch hängengebliebene Fahrzeuge und Verwehungen blockiert, auch in der Luft ging nichts mehr. Denn einige große Flughäfen des Kontinents wurden durch die widrigen Witterungsverhältnisse lahmgelegt. Selbst der Eurostar, die Bahnverbindung zwischen Frankreich und Großbritannien, "streikte".
Durch Absagen, Verspätungen und Schließungen ganzer Flughäfen saßen tausende Passagiere in Frankfurt, Mailand, Amsterdam oder London fest. Auch der Berliner Flughafen Tegel wurde wegen Blitzeis vorübergehend geschlossen. Der Eurostar nahm nach einer Pannenserie im Ärmelkanal-Tunnel einen reduzierten Betrieb zwischen Frankreich und England auf. Ebenso wie im Flugverkehr gab es jedoch einen enormen Rückstau bei den ungeduldigen Passagieren.
Airport Frankfurt stundenlang zu
Auf Deutschlands größter Luftverkehrs-Drehscheibe in Frankfurt waren 8.000 Menschen in der Nacht zu Dienstag durch eine wetterbedingte mehrstündige Airport-Schließung blockiert. Allein die Lufthansa hatte rund 250 Flüge abgesagt. Empörte Passagiere äußerten Unmut und Frust. Mehr als 3.000 Menschen verbrachten die Nacht auf dem Frankfurter Flughafen, nachdem die zugeschneiten Pisten gesperrt worden waren. Helfer stellten rund 1.000 Feldbetten auf. Etliche Passagiere mussten in startbereiten Flugzeugen ausharren.
Schnee und Eis plagten auch Flughäfen in Großbritannien. Der Billigflieger Easyjet strich am Airport Luton (bei London) bis zum Mittag alle Verbindungen. In Italien saßen mehr als 1.000 Passagiere fest. Die Mailänder Flughäfen Malpensa und Linate mussten zeitweise geschlossen werden, auf den Autobahnen der Emilia-Romagna kamen Autofahrer kaum noch voran. In Mailand sind rund 1.000 Soldaten eingesetzt, um dort dem Schnee-Notstand zu begegnen.
Eurostar fährt wieder
Nach dreitägiger Zwangspause rollen die Eurostar-Züge unter dem Ärmelkanal wieder. Mehrere Züge durchquerten problemlos den Kanaltunnel; Eurostar setzte zunächst aber nur zwei Drittel der Züge wieder ein. Vollkommen normal soll der Betrieb erst nach Weihnachten laufen. Grund für die Ausfälle war Schnee, der in die seitlichen Lüftungsschlitze der Eurostar-Loks eingedrungen war. Er war im wärmeren Tunnel geschmolzen und hatte Kurzschlüsse verursacht. Durch den Ausfall konnten seit Freitagabend rund 75.000 Menschen ihre geplanten Reisen nicht antreten.
In Italiens Norden kam es auf dem gesamten Bahnnetz zu erheblichen Verspätungen. Mehrere regionale Züge in der Gegend um Bologna mussten wegen der Schneefällen gestrichen werden. 1.000 Kilometer Autobahn sind verschneit. Während Norditalien im Bann des Schnees steht, kämpft Venedig mit Hochwasser. Italienische Medien berichteten am Dienstag von einem Wasserstand von 1,30 Meter über dem Meeresspiegel. Bis zu 54 Prozent der Lagunenstadt war überschwemmt. Auf Sizilien sorgten heftige Regenfälle und Windböen für entwurzelte Bäume.
Griechenland schwitzt
Verkehrte Welt hingegen in Griechenland: Dort bereiten sich weite Teile der Bevölkerung auf warme Weihnachten vor. Bereits am Dienstag zeigten die Thermometer in Athen 17 Grad. 20 Grad warm war es auf der Insel Kreta. Für den Heiligen Abend und den ersten Weihnachtstag rechneten die Meteorologen mit frühlingshaften Temperaturen in Mittelgriechenland um die 20 bis 21 Grad, berichtete das Staatsradio weiter. Ursache für das warme Wetter sind Südwinde, die feuchte und warme Luft aus Nordafrika nach Griechenland bringen.
(apa/red)
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