Dienstag, 22. Dezember 2009

Faymann kritisiert Fekters Alleingang:
"Sie hätte uns vorab informieren sollen"

  • Asylzentrum: Verhalten ist "verbesserungswürdig"
  • Fekter-Sprecher: "Haben neuen Weg beschritten"

Bundeskanzler Werner Faymann ist mit der Entscheidungsfindung von Innenministerin Maria Fekter für das bundesweit dritte Erstaufnahmezentrum für Asylbewerber im südburgenländischen Eberau unzufrieden. "Statt einen solchen Alleingang zu vollziehen, wäre es klüger gewesen, die Regierungskollegen vorab zu informieren", sagte sein Sprecher Leo Szemeliker.

Der Gemeinderat des 960-Einwohner-Ortes im Grenzgebiet zu Ungarn war Freitagabend vor vollendete Tatsachen gestellt worden: In dem Zentrum sollen ab 2012 rund 300 Flüchtlinge die ersten paar Wochen ihres Asylverfahrens verbringen, teilte Bürgermeister Walter Strobl mit. Von seinen vorhergehenden Verhandlungen mit Fekter hatte er nichts verlauten lassen.

"Verbesserungswürdig"
Fekter hatte Faymann erst Freitagnachmittag telefonisch über den Zuschlag für Eberau informiert, als sich dieser noch beim Weltklimagipfel in Kopenhagen befand. Rückwirkend betrachtet ist das für den Regierungschef "vor allem angesichts der jetzt heftigen politischen Reaktionen verbesserungswürdig", sagte Szemeliker gegenüber "Der Standard".

Die Kritik, so betont dieser, richte sich keineswegs gegen das Projekt als solches ("Es ist allen Verantwortlichen klar, dass wir ein drittes Erstaufnahmezentrum brauchen, um jenes im niederösterreichischen Traiskirchen zu entlasten"), sondern gegen die Geheimhaltung im Vorfeld.

(apa/red)

22.12.2009 13:44
Vasant, 22. 12. '09 20:13
Sag mal ...
wo sind schon wieder die ganzen sachlichen Kommentare
hin? War da der NEWS Diktator wieder unzufrieden? Was
da abgeht ist echt lächerlich!
dieeule1, 21. 12. '09 18:04
Eberau
Ich bin in der Nähe von Traiskirchen aufgewachsen und kenne die dortigen Zustände nur zur Genüge (Einbrüche,Überfälle,Vergewaltigungen,Suchtgifthandel,Raufereien an der Tagesordnung)!!! Nun, dem Schicksal zum Hohn, habe ich meinen Lebenshauptsitz im schönen Südburgenland gegründet (ganz in der Nähe von Eberau).
Ich kann den dortigen Einwohnern nur dringendst raten, mit allen aber auch wirklich allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln dieses Wahnsinnsprojekt zu verhindern!!!! Sonst ergeht es der dortigen Bevölkerung genauso wie den Traiskirchnern!
Sollen sich doch diese "Flüchtlings u. Lager befürworter" neben dem Lager in T. wohnlich niederlassen. Wetten, dass dann plötzlich alles anders wäre!!??
MyHomebound, 22. 12. '09 19:08
Re: Eberau
Ich teile Ihre Meinung vollauf und kann das, was sie über die Geschehnisse in Traiskirchen und der unmittelbaren Umgebung schreiben, nur voll bestätigen, denn ich wohne seit meiner Geburt (58 Jahre) in mittelbarer Nähe vom Lager; die zehnten Geschehnisse kommen wohlweislich gar nicht an die Öffentlichkeit und wenn doch was publik wird (Massenschlägerei bei der Lokalbahn mit ca. 150 Personen, nicht 30 oder 60 wie berichtet wurde !!!), wird es umgehend von unseren Kommunalpolitikern schön- und niedlichgeredet. Das Lager in Eberau hätte die Anzahl der Personen im Lager Traiskirchen sicher nicht verringert.