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17.12.2009 17:19

Drakonische Strafe für Prokop: Verband
verhängt sechs Jahre Sperre & 45.000 Euro

  • 69-Jähriger aller EHF-Funktionen lebenslang enthoben
  • 3. November: Coach rammte gegnerische Spielerin

Sechs Tage nach seinem unentschuldbaren Vergehen im Champions-League-Spiel gegen HB Metz (27:27) hat Gunnar Prokop die saftige Rechnung erhalten. Das dreiköpfige Schiedsgericht des Europäischen Handball-Verbandes (EHF) in Wien sperrte den inzwischen als Trainer von Hypo Niederösterreich zurückgetretenen 69-Jährigen für drei Jahre, verdonnerte ihn zu einer Geldstrafe von 45.000 Euro und enthob ihn aller EHF-Funktionen lebenslang.

Der Verein des Handball-Zampanos, der heuer Jagd auf den neunten Coup im Meistercup macht, kam auch auch nicht ungeschoren davon. Er wurde mit einer Geldbuße von 30.000 Euro belegt. Außerdem wurde den Südstädterinnen, die die wertvollste Trophäe zuletzt 2000 ihr Eigen genannt hatten, der eine gegen die Französinnen geholte Punkt abgezogen. Metz bekam aber keinen weiteren Zähler dazu.

Aus der EHF-Zentrale in Wien war zu hören, dass vor allem die Strafen gegen den Funktionär sehr drastisch ausgefallen seien. "Eine Sperre und eine Geldstrafe in dieser Höhe hat es bisher gegen einen Trainer noch nie gegeben", sagte Markus Glaser, der EHF-Spielleiter im Europa-Verband, im Gespräch mit der APA.

"Grob unsportliches Verhalten"
Das dreiköpfige EHF-Schiedsgericht, das sich aus dem Vorsitzenden Israeli Moshe Herman sowie dem Finnen Tapio Arponen und dem Griechen Ioanis Karanassos zusammensetzte und die Berichte der Schiedsrichter und Delegierten sorgfältig geprüft hat, wertete die Attacke Prokops an einer gegnerischen Spielerin nach 59:53 Spielminuten als grob unsportliches Verhalten. Diese Aktion habe gegen Fair Play, Respekt und Sportlichkeit sowie fundamentale Prinzipien des Handballs verstoßen und unserem Sport geschadet.

Durch sein Eingreifen habe Prokop beim Stande von 27:27 sieben Sekunden vor Schluss nicht nur die Chance auf das mögliche Siegestor der Französinnen, sondern auch die serbische Metz-Legionärin Svetlana Ognjenovic gefährdet. Der Hypo-Macher hat sich inzwischen für seinen "Scheiß-Aktion" (Eigen-Definition) bei allen entschuldigt, Reue für sein psychisches Blackout gezeigt. Er hatte mit einer Geldstrafe von 15.000 Euro auch gerechnet, aber nicht mit einer derart langen Sperre.

(apa/red)

17.12.2009 17:19
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