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14.12.2009 15:22

Triumphzug vor heimischem Publikum: KAC krönt sich im Jubiläumsjahr zum Meister!

  • Eishockey: Sieg über Salzburg im siebten Finalspiel
  • 5. April: Kärntner erstmals seit 2004 Champion

Eishockey-Rekordmeister KAC ist erstmals seit 2004 wieder österreichische Meister und hat sein Jubiläumsjahr mit dem 29. Titel gekrönt. In einem würdigen Entscheidungsspiel besiegten die Klagenfurter, die heuer ihr 100-Jahr-Jubiläum begehen, Red Bull Salzburg mit 2:1 und entschieden damit die "best-of-seven"-Finalserie der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) mit 4:3-Siegen für sich. Der KAC entthronte damit Salzburg, das zuletzt zweimal in Folge triumphiert hatte.

Die Entscheidung fiel nach einem Schlagabtausch zweier Brüder innerhalb von 13 Sekunden. Nachdem Andrew Schneider den KAC in Führung gebracht hatte, gelang Salzburg-Stürmer Patrick Harand in der 45. Minute der Ausgleich. Doch postwendend gelang seinem in Diensten der Kärntner stehenden, drei Jahre älteren Bruder Chris Harand die neuerliche Führung für den KAC. Diesen Vorsprung gab die Mannschaft von Trainer Manny Viveiros nicht mehr aus der Hand und verwandelte die mit 5.200 Fans voll bepackte Stadthalle in ein Tollhaus.

Titelflaute beendet
Am Donnerstag in Salzburg fehlten den "Rotjacken" 68 Sekunden für die vorzeitige Titelentscheidung, das holten sie nun vor heimischem Publikum nach und beendeten damit die vier Saisonen andauernde Titelflaute. Die 5.200 Fans sorgten für eine Stimmung wie schon lange nicht, und auch auf dem Eis entwickelte sich eine Partie mit viel Tempo und Spannung, die einem Finale würdig war.

In den vorangegangenen sechs Finalpartien hatte stets die Mannschaft gewonnen, die mit 1:0 in Führung gegangen war. Mit entsprechend viel Disziplin in der Defensive waren beide Teams auch ins Spiel gegangen. Der KAC, unverändert ohne den angeschlagenen Kapitän Christoph Brandner, aber wieder mit Jeff Shantz, war die gefährlichere Mannschaft mit einem leichten Vorteil an guten Chancen. Schellander hatte die größte Chance (7.), er scheiterte aber an Salzburg-Torhüter Jordan Parise.

An Scott gescheitert
In der Schlussphase des ersten Drittels drückten die Salzburger, doch auch KAC-Schlussmann Travis Scott konnte sich auszeichnen. In der 35. Minute sorgte Andrew Schneider für den ersten Paukenschlag. Nach herrlicher Aktion und Doppelpass mit Jeff Torey brachte der 37-jährige Kanadier den KAC mit einem Treffer ins weit offen stehende Tor in Führung (35.). Die Gäste aus Salzburg, die den ersten Titelhattrick seit der VEU Feldkirch (Serienmeister zwischen 1994 und 1998) anpeilten, ließen sich aber nicht aus dem Rhythmus bringen, scheiterten aber mehrmals an Scott.

In der 45. Minute allerdings brach Patrick Harand, der sich vor dem Tor gegen Torey durchsetzte und einen Pass von Thomas Koch ins kurze Eck abfälschte, den Bann. Doch die Freude der "Roten Bullen" dauerte nur 13 Sekunden. Nach einem Scheibenverlust von Koch, der als bester Spieler der Liga (MVP) ausgezeichnet wurde, allerdings durch eine Darmgrippe geschwächt war, bezwang Chris Harand Parise zur neuerlichen Führung. Es sollte die Entscheidung sein.

Fixgröße im Eishockey
Die Sektion Eishockey des KAC wurde 14 Jahre nach der Clubgründung 1923 ins Leben gerufen, seither ist der KAC eine Fixgröße im österreichischen Eishockey und Talentelieferant Nummer eins. Nach ersten Erfolgen ab Mitte der 1930er-Jahre avancierten die "Rotjacken" mit Größen wie Sepp Puschnig in den 60er-Jahren zum Serienmeister. Von 1964 bis 1980 kam der Titelträger fünfzehn Mal aus Klagenfurt. In den 80er-Jahren prägten Spieler wie Thomas Cijan, Rudolf König und Herbert Pöck das Geschehen. Von 1991 bis 2000 mussten die KAC-Fans eine lange Titeldurststrecke verkraften, als die VEU Feldkirch meist die Nummer eins im Land war.

In jüngster Vergangenheit waren Christoph Brandner, Dieter Kalt und Thomas Koch die herausragenden Spieler. Nach dem Titel 2004 und dem Vizemeistertitel im Jahr 2005 war der Traditionsclub den eigenen hohen Ansprüchen aber nicht gerecht geworden und drei Saisonen in Folge nicht einmal ins Halbfinale gekommen.

Goldrichtige Mischung
Die Mischung aus hochklassigen Legionären, arrivierten Österreichern und Eigenbauspielern erwies sich in der abgelaufenen Saison als goldrichtig. Youngsters wie Thomas Hundertpfund oder die Geier-Zwillingen aus der seit jeher erfolgsversprechenden Nachwuchsarbeit der Klagenfurter komplettierten den laut Einschätzung einiger Experten teuersten Kader der Liga ideal. Zudem schlugen Rückkehrer Brandner und die Neuverpflichtungen Jeff Shantz, Sean Brown (ein Trio mit NHL-Erfahrung) sowie der im Dezember geholte Toptormann Travis Scott in der Jubiläumssaison wie gewünscht ein.

Der Erfolg ist aber auch untrennbar mit dem Namen Heidi Horten verbunden. Die Milliardärin tritt als "Gönnerin" auf und hat dank ihrer finanzieller Hilfe wohl großen Anteil am Titelgewinn. Neben dem Meistertitel zum 100er ist auch der Auszug aus der seit 1959 als Heimstätte dienenden Stadthalle ein Herzenswunsch der KAC-Führung und -Fans. Der Spatenstich für die neue, über 8.000 Zuschauer fassende Arena soll zur Geburtstagsfeier im September erfolgen.

(apa/red)

14.12.2009 15:22
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