Das Chronik-Jahr

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18.12.2009 15:32

Piraten haben wieder einmal zugeschlagen:
US-Frachter vor Küste Somalias gekapert

  • 8. April: Seeräuber nahmen Kapitän als Geisel
  • Überfälle durch Piraten seit 2008 stark gestiegen

Seeräuber-Alarm vor Somalias Küste: Immer wieder sorgen Überfälle durch Piraten am Horn von Afrika für Schlagzeilen. Ihren Höhepunkt erreichten die Angriffe durch Piraten Anfang April 2009. Nach einem Überfall auf den amerikanischen Frachter "Maersk Alabama" haben somalische Piraten den Kapitän fünf Tage lang als Geisel genommen.

Die Seeräuber hatten das Schiff mit Hilfsgütern für Afrika zunächst gekapert. Der unbewaffneten Besatzung gelang es aber, die Angreifer zurückzuschlagen. Diese setzten sich mit dem Kapitän in einem Rettungsboot ab. Eine US-Spezialeinheit beendete das Geiseldrama schließlich, dabei wurden drei Piraten erschossen.

Die Zahl der Überfälle von Piraten nimmt weltweit stetig zu, gleichzeitig werden die Angriffe der Seeräuber immer brutaler. Das International Maritime Bureau (IMB) der Internationalen Handelskammer registrierte 2008 den stärksten Anstieg dieser Form der organisierten Kriminalität seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1992.

Anti-Piraten-Mission
Zahlreiche Länder haben ihre Seestreitkräfte am Horn von Afrika, um die zunehmende Piraterie zu bekämpfen. Im Seegebiet vor Somalia operiert die Anti-Piraten-Mission "Atalanta". Die aus sechs Schiffen bestehende Atalanta-Flotte sorgt derzeit in einem Gebiet, das zehnmal so groß ist wie Deutschland, für Sicherheit. Daneben fahren mehrere Fregatten und Versorger unter NATO- oder Länderflagge. Seit Dezember 2008 beteiligen sich Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Schweden dauerhaft an der Mission.

Armut und Chaos
Die Armut und das Chaos gelten als Hauptursachen für die andauernden Piratenüberfälle im Golf von Aden. Die Lage in Somalia hatte sich mit dem vom Westen befürworteten Einmarsch der äthiopischen Armee 2006 gravierend verschlechtert. Deren rücksichtsloses Vorgehen, wie auch der Einsatz schwerer Waffen in Wohngebieten hatten wesentlich zur Radikalisierung der Bevölkerung beigetragen. Schätzungsweise eine Million Menschen sind im Land auf der Flucht. Die Gesetzlosigkeit an der Küste nutzen Piraten, um in den Gewässern Handelsschiffe zu kapern und Lösegelder zu erpressen.

(apa/red)

18.12.2009 15:32
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