In Griechenland steht die Zeit still: Streik
gegen Sparkurs legt öffentliches Leben lahm
- Journalisten & Ärzte machen gegen Regierung mobil
- Südeuropäischer Staat massiv von Bankrott bedroht

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Griechenland haben nach der Ankündigung eines massiven Sparprogramms zur Abwendung des Staatsbankrotts landesweite Streiks der Ärzte und der Journalisten begonnen. In Krankenhäusern wurden alle Sprechstunden abgesagt. Nur dringende Fälle wurden behandelt. Seit der Früh gab es im Radio und Fernsehen keine Nachrichten mehr. Der Streik der Journalisten soll nach einem Tag beendet werden.
Als Folge des Streiks wird es keine Zeitungen geben. Auch die nationale Nachrichtenagentur ANA wurde für 24 Stunden bestreikt. Am Mittwoch hatten bereits die Lehrer gestreikt. Sie legten erneut die Arbeit für drei Stunden nieder. Die Streiks richten sich gegen die Sparpolitik der sozialistischen Regierung von Ministerpräsident Papandreou und gegen Pläne, finanziell gesunde Rentenkassen mit defizitären zu fusionieren. Zudem fordern die Krankenhausärzte und die Lehrer die Anstellung von mehr Personal.
Zu dem landesweiten Streik haben die der kommunistischen Partei und der radikalen Linken nahe stehenden Gewerkschaften PAME und SYRIZA aufgerufen. Auch die Lehrergewerkschaft OLME und der Athener Journalistenverband ESIEA schloss sich an. In den großen griechischen Städten sind mehr als 60 Protestkundgebungen geplant.
Sozialisten bremsen Gewerkschaften
Bisher ist es den Sozialisten gelungen, die Proteste in Grenzen zu halten: Die zwei größten Gewerkschaften GSEE und ADEDY hielten sich zunächst zurück. Ihre Vorstände, die überwiegend von den Sozialisten kontrolliert werden, wollten der Regierung noch Zeit geben. Banken, Busse und Bahnen sowie der wichtige Bereich Tourismus wurden am Donnerstag nicht bestreikt. Auch der Flugverkehr wurde normal abgewickelt.
Papandreou hatte alle Griechen aufgerufen, "die Reihen zu schließen" und gemeinsam zu handeln. Nur so könne eine Pleite des hoch verschuldeten Landes verhindert werden. Mit 300 Milliarden Euro Schulden laufe das Land Gefahr, praktisch seine Souveränität zu verlieren. Im Jänner muss Athen seine Finanzpolitik detailliert der EU in Brüssel präsentieren.
Papandreou kündigte an, Korruption, Vetternwirtschaft und Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Er will zudem Umwelttechnologien fördern, die Privatisierung von Staatsbetrieben voranbringen und die Rentenkassen sanieren.
(apa/red)
