'Der Landeshauptmann wollte Geld sehen':
Ex-Hypo-Boss belastet verstorbenen Haider
- Schuster: Hineinregieren der Politik 'fast schon üblich'
- Schwere Vorwürfe gegen Vorstandskollegen Kulterer

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Jörg Schuster, früherer "roter" Vorstandsdirektor der notverstaatlichten Hypo Group Alpe Adria, erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen damaligen Vorstandskollegen Wolfgang Kulterer und die Kärntner Landespolitik. Der Eigentümer habe nach Ansicht Kulterers Wünsche äußern können, Widerstand dagegen sei bankintern "fast schon als Landesverrat" behandelt worden, kritisierte er.
"Der Landeshauptmann wollte - zumindest aus meiner Sucht, ob er selber es so gesehen hat, weiß ich nicht - von der Bank Geld sehen", so Schuster zum Hineinregieren der Politik zu Zeiten von Landeshauptmann Jörg Haider im ORF-"Report". So seien die Seebühne gebaut und das Beachvolleyball-Event samt Eintrittskarten finanziert worden. Dies sei "fast schon üblich" gewesen. Schuster ist 2003 aus der Bank ausgeschieden.
Kulterer sei in seinem Vorleben nicht mit politischen Fragen befasst gewesen und habe die Meinung vertreten, dass der Eigentümer Wünsche äußern könne, so Schuster. Dass die Hypo eine Aktiengesellschaft sei und dem Bankwesengesetz unterliege, "hat sich im Vorstand und Aufsichtsrat weniger durchgesprochen".
Rechnungshof soll sich einschalten
In die Hypo-Causa dürfte sich bald auch der Rechnungshof einschalten. Bis Mitte des Jahres 2010 werden die Prüfer das staatliche Bankenpaket untersuchen. Im Zuge dieser Prüfung wird auch die Kärntner Hypo zum Thema, hat sie doch aus dem Bankenpaket erst 900 Mio. Euro und nun weitere 450 Mio. Euro erhalten. Vom Ergebnis der Bankenpaketsprüfung wird abhängen, ob der Rechnungshof eine umfassende Untersuchung der Hypo Alpe Adria anschließt, heißt es.
Die Grazer Wechselseitige bezeichnete indessen den Totalverlust bei der Hypo als schmerzlich, aber verkraftbar. "Wir sind ein starkes Unternehmen, es muss sich niemand Sorgen machen", sagte GraWe-Generaldirektor Othmar Ederer. Da man konservativ bilanziere, habe man die Erträge aus Hypo-Anteilsverkäufen geparkt und könne nun den Verlust in Höhe von 203 Mio. Euro Anschaffungskosten aus Gewinnvorträgen der Bank Burgenland abschreiben.
(apa/red)
