Donnerstag, 17. Dezember 2009

Berlusconi darf das Krankenbett verlassen:
Lädierter Premier wieder "auf freiem Fuß"

  • "Werden mit mehr Kraft voranschreiten"
  • Silvio fährt ins Tessin - Nächste Schönheits-OP fällig?

Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi, der bei einer Parteiveranstaltung in Mailand von einem mutmaßlich geistig Verwirrten angegriffen und verletzt worden war, ist mittlerweile aus der Mailänder Klinik San Raffaele entlassen worden, in der er sich seit dem Angriff aufhielt. Der Premierminister sei nach einer "ruhigen und schmerzfreien Nacht" entlassen worden, berichtete sein persönlicher Arzt, Alberto Zangrillo.

Der 73-jährige Premierminister verließ das Krankenhaus in einem Auto. Seine linke Gesichtshälfte und seine Nase waren verbunden. Er winkte einigen Anhängern und den Journalisten zu, die vor dem Eingang des Krankenhauses auf ihn warteten. Der Premier fuhr zu seiner Villa in Arcore außerhalb Mailands. Vor dem Eingang der Villa wurde ein großes Spruchband mit dem Schriftzug "Willkommen zurück!" ausgerollt. Mehrere TV-Teams wartete auf Berlusconis Rückkehr.

Nach seiner Entlassung veröffentlichte der Premierminister eine Presseaussendung, in der er für die Genesungswünsche dankte, die er aus aller Welt erhalten habe. "Aus diesen Tagen wird mir der Hass von wenigen und die Liebe von vielen Italienern in Erinnerung bleiben. Allen mache ich dasselbe Versprechen: Wir werden mit mehr Kraft und Entschlossenheit auf dem Weg der Freiheit voranschreiten. Das sind wir unserem Volk und unserer Demokratie schuldig, in der weder die Gewalt der Steine, noch die noch schlimmere Gewalt der Worte sich durchsetzen wird", schrieb Berlusconi.

Kur in der Schweiz
Der Premier plant nach seiner Entlassung aus der Mailänder Klinik San Raffaele einen Aufenthalt in der Schweiz. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA, die sich auf Schweizer Quellen bezog, will sich Berlusconi in den nächsten Tagen in die Tessiner Klinik "Ars Medica" zurückziehen, um sich die Narben nach dem Angriff entfernen zu lassen. Der Ministerpräsident hatte sich bereit 2003 in der Klinik "Ars Medica" im Tessiner Gravesano einigen Schönheitsoperationen unterzogen.

Der 42-jährige Grafiker Massimo T. hatte am Sonntag bei einer Parteiveranstaltung dem Premierminister mit einer Alabaster-Miniatur des Mailänder Doms ins Gesicht geschlagen. Berlusconi erlitt eine Unterlippen-Verletzung und eine Nasenfraktur.

(apa/red)

17.12.2009 14:39
pusher23, 17. 12. '09 19:49
Ich bin angeekelt
Ja mit solchen Bildern lasst sich s'Gschäft machen!! BILDER wie groß es geschrieben wird, damit ja jeder die kaputte Fresse vom Berlusconi sehen will. Tief tief tief!!! Wie kann man mit sowas nur Geld verdienen? Ich würd mich selbst in Frage stellen. Ganz egal ob er es jetzt verdient hat oder nicht, um das gehts mir hier wirklich garnicht!
iounothing, 17. 12. '09 20:34
Re: Ich bin angeekelt
Ja, wirklich schrecklich: ein Mann mit einem Verband im Gesicht. Der moralische Weltuntergang!
torkwato, 17. 12. '09 20:49
Re: Ich bin angeekelt
Vieles spricht dafür, daß es Herrn Berlusconi lieber gewesen wäre, daß es solche Bilder von ihm mit verbundenen Gesichtswunden nicht gegeben hätte.
pusher23, 18. 12. '09 18:21
Re: Ich bin angeekelt
@ iounothing: Nein ich habe vom Bild rechts gesprochen auf der "Außenpolitik"-Seite. Wo sein Gesicht blutverschmiert ist. Das mit dem Verband ist ja wirklich nicht "der moralische Weltuntergang". Das ärgere auch nicht, aber trotzdem unmoralisch imho!