Mittwoch, 16. Dezember 2009

Berlusconi wohl für 2 Wochen lahmgelegt:
Spitalsentlassung noch nicht entschieden

  • Nach Attentat leidet Italiens Premier unter Schmerzen
  • Berlusconi hat Telefonanruf von Obama erhalten

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi, der am Sonntag bei einer Parteiveranstaltung in Mailand von einem mutmaßlich geistig Verwirrten angegriffen und verletzt worden ist, hat eine schwierige Nacht verbracht und wird weiter von Kopfschmerzen geplagt. Die Schmerzen seien die Folgen der Verletzungen, die er beim Angriff erlitten habe, erklärte sein Sprecher Paolo Bonaiuti. Der Premierminister wird einer neuen ärztlichen Untersuchung unterzogen. Danach werden die Ärzte der Mailänder San Raffaele-Klinik entscheiden, ob er entlassen werden kann. Sie wollen ihm eine zweiwöchige Ruhepause verschreiben.

Berlusconi erhielt am Dienstagabend einen Telefonanruf von US-Präsident Barack Obama, der den Angriff auf den Premierminister verurteilte und ihm eine baldige Genesung wünschte, berichtete der Sprecher des US-Sicherheitsrats, Mike Hammer. Obama dankte Berlusconi für seine Bereitschaft, die Zahl italienischer Soldaten in Afghanistan aufzustocken.

Trotz der Aufforderung des italienischen Staatschefs Giorgio Napolitano an die Parteien, moderatere Töne in der politischen Debatte anzuschlagen, kam es am Dienstag in der Abgeordnetenkammer zu spannungsgeladenen Momenten bei der Diskussion über den Angriff auf Berlusconi. Der Fraktionschef der Berlusconi-Partei in der Abgeordnetenkammer, Fabrizio Cicchitto, beschuldigte die Mediengruppe Repubblica-L'Espresso, die Oppositionspartei Italien der Werte um Antonio Di Pietro und die oppositionelle Demokratische Partei (PD), mit ihrer "Hasskampagne" gegen Berlusconi den psychisch labilen Massimo T. zu seiner Tat am Sonntag bei einer Parteiveranstaltung in Mailand getrieben zu haben.

"Der Täter hat unter dem Einfluss einer scharfen Hasskampagne gegen Berlusconi gehandelt, für die jeder seine Verantwortung übernehmen muss", erklärte Cicchitto. Als sich Di Pietro zu Worte melden wollte, verließen die Parlamentarier der PDL aus Protest den Saal. Die PDL macht ihn für die "Hetzjagd" auf den Medienzaren verantwortlich. Der Ex-Staatsanwalt erwiderte scharf: "Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir führen die Opposition gegen diese Regierung, nicht weil wir Berlusconi hassen, sondern weil wir unser Land lieben."
(apa/red)

16.12.2009 12:46