U-Ausschuss knöpft sich Akte Kunduz vor:
Berlin untersucht Vorgänge bei Luftangriff
- Ausschuss tagt auf Drängen der Opposition öffentlich
- Rede von Guttenberg wird mit Spannung erwartet

·Kunduz: Guttenberg gerät unter Beschuss
Untersuchungsausschuss soll Luftangriff aufklären
·Deutscher Minister
Jung legt Amt nieder
NATO-Skandal: Von der Leyen wird Nachfolgerin
Der Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestags, der die Vorgänge um den Luftangriff bei Kunduz klären soll, konstituiert sich heute in Berlin. SPD, Grüne und Linke wollen insbesondere die Informationspannen rund um das Bombardement vom 4. September aufklären. Der Verteidigungsausschuss des Bundestags wandelt sich dafür in einen Untersuchungsausschuss um.
Der U-Ausschuss soll nach dem Willen der Opposition in der Regel öffentlich tagen. Als erster Zeuge soll im Jänner der deutsche Verteidigungsminister Guttenberg geladen werden. Die Opposition will auch Kanzlerin Merkel befragen. Im Bundestag findet zudem eine Aktuelle Stunde zu Kunduz statt, in der auch Guttenberg sprechen wird.
Wie jetzt bekannt wurde, soll der deutsche Oberst Georg Klein den umstrittenen Luftschlag in Kunduz unter dem Eindruck von Geheimdienstinformationen über Pläne der Taliban zur Erstürmung des Bundeswehrfeldlagers befohlen haben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin haben der deutsche Geheimdienst BND und die Armee-Eliteeinheit KSK in den Wochen vor dem Luftangriff in Nordafghanistan einen Drei-Stufen-Plan der Taliban aufgedeckt. Die Recherchen sollen in der deutschen Bundesregierung bekannt gewesen sein.
Damit nimmt die Kunduz-Affäre, die bereits Ex-Verteidigungsminister Franz-Josef Jung, seinen Staatssekretär Peter Wichert sowie Armeechef Wolfgang Schneiderhan ihre Ämter gekostet hat, eine neue Wendung. In den vergangenen Tagen war Jungs Nachfolger als Verteidigungsminister, Karl-Theodor zu Guttenberg, immer mehr unter Druck gekommen, nachdem jüngste Informationen den Eindruck entstehen ließen, beim Luftangriff ging es nicht um die Abwehr eines unmittelbar drohenden Anschlags auf das deutsche Armeelager, sondern um eine gezielte Tötung von Taliban-Führern.
(apa/red)
