Entschuldigung bei Berlusconi: Angreifer bedauert "feige und unkontrollierte Tat"
- 42-jähriger Massimo T. zeigt in einem Brief Reue
- Seelsorger: "Berlusconi hat Angreifer verziehen"

·Berlusconi-Angreifer auf Facebook gefeiert
Nach blutiger Attacke auf Italiens Regierungschef
·Die lädierte Visage des Silvio Berlusconi
BILDER vom Angriff auf Italiens Premierminister
·Ein Wurf mitten in Berlusconis Gesicht
VIDEO: Blutiger Angriff kommt aus dem Nichts
·Anwesenheit hat
Silvio gar nicht gerne
Korruption: Berlusconi
zu beschäftigt für Prozess
Der mutmaßliche Angreifer hat sich nach der Attacke auf Silvio Berlusconi beim italienischen Ministerpräsidenten entschuldigt. Er bedauere seine "feige und unkontrollierte Tat", schreibt der 42-jährige Massimo T. in einem Brief. Der Mann ist seit dem Angriff in Polizeigewahrsam.
Berlusconi lag mit gebrochener Nase, zwei abgebrochenen Zähnen und Kopfschmerzen in einem Mailänder Krankenhaus. Er wurde mit Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt, eine Operation war nach Angaben der Ärzte aber nicht erforderlich.
Vorahnung bei Berlusconi
Berlusconis Sprecher Paolo Bonaiuti sagte, der Ministerpräsident habe sich noch auf der Fahrt zu der Wahlveranstaltung besorgt über ein Klima des Hasses geäußert. "Er sagte mir: 'Wissen Sie, dieses Klima des Hasses und der Spannung macht mir wirklich Sorgen. Denken Sie nicht, dass mir etwas zustoßen könnte?'" Berlusconi ist wegen eines Sexskandals und diverser Korruptionsanklagen in Bedrängnis.
Der Angreifer hatte Berlusconi in der norditalienischen Wirtschaftsmetropole am Ende einer Parteiveranstaltung eine Statuette ins Gesicht geworfen. Der mutmaßliche Angreifer wurde festgenommen. Es handelt sich laut Polizei um einen 42 Jahre alten Mann. Er sei nicht vorbestraft, habe aber in der Vergangenheit psychische Probleme gehabt.
Massimo T. hat nach eigenen Angaben allein gehandelt. Er habe jegliche politische Aktivität oder Parteizugehörigkeit ausgeschlossen, hieß es einer Mitteilung seiner Rechtsanwälte.
"Hat seinem Angreifer verziehen"
Berlusconi soll seinem Angreifer unterdessen bereits verziehen haben. Das hat der italienische Priester Luigi Verze, ein enger Freund Berlusconis, versichert. "Berlusconi hat dem Täter schon verziehen, ich würde mich nicht wundern, wenn er schon ein Treffen mit ihm plant. (...) Berlusconi ist ein Mensch des Vertrauens und des Glaubens. Er liebt jeden, auch seine Feinde. Er ist böser Worte oder Gedanken unfähig", sagte Verze im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera".
(apa/red)
