Erste Polizei-Räumung im Zuge der Uni-
Proteste: Behörden entfernen 15 Personen
- "Audimaxisten" brechen in ein Büro der Uni Wien ein
- 10 zogen freiwillig ab, 15 wurden hinausgetragen

·Audimax Wien ohne Zwischenfälle geräumt
Wegen Sicherheitslage. Hörsaal nun geschlossen
An der Universität Wien ist es zur ersten polizeilichen Räumung eines besetzten Raums gekommen. Polizisten trugen rund 15 Personen aus einem Büro, in das nach Angaben der Uni-Leitung in der Nacht eingebrochen worden war. Mit der Besetzung des Audimax habe die Räumung nichts zu tun, betonte eine Uni-Sprecherin.
"Es war kein Ziel der Uni Wien, in diese Situation zu kommen", so die Sprecherin weiter. "Es ist aber auch an der Uni Wien an 365 Tagen im Jahr verboten einzubrechen". Die Besetzer der Büroräumlichkeiten hatten zuvor geltend gemacht, dass ihnen diese im Austausch gegen die Freigabe des Audimax vom Rektorat zugesichert worden waren. Außerdem seien sie unversperrt gewesen. Zuletzt waren rund 25 Personen in den besetzten Räumlichkeiten. Rund zehn verließen sie nach einer Aufforderung durch die Polizei, ca. 15 wurden hinausgetragen.
Eine "Verhärtung der Fronten" zwischen Rektorat und Besetzern des Audimax ortet die Vorsitzende der Hochschülerschaft der Uni Wien, Flora Eder (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS). "Wenn man konstruktiv zusammenarbeiten will, ist es jetzt ein schlechter Zeitpunkt zum Räumenlassen", so Eder. Auf Nachfrage räumte Eder ein, dass natürlich auch die Besetzer, die aus dem Audimax-Plenum stammen, "undiplomatisch" vorgegangen seien.
Unmut über Verhandlungen mit Rektorat
Laut einem der Besetzer war die Aktion "Ausdruck unserer Abwehrhaltung gegen Verhandlungen mit dem Rektorat". Diese seien eine "Farce", mit der der Rektor versuche, "die breite Basis zu spalten", hieß es. Auf die Frage, ob die Mehrheit des Audimax-Plenums hinter der Aktion stehe, meinte er: "Das ist nicht relevant. Wir sind Betroffene dieser Politik, und wir wehren uns dagegen." Am Abend will das Audimax-Plenum Bedingungen für eine Freigabe des Hörsaals für Lehrveranstaltungen diskutieren. (apa/red)
