Montag, 14. Dezember 2009

Protest gegen zu lasche Klimaschutzpolitik:
Greenpeace erklimmt das Bundeskanzleramt

  • Aktivisten kommen mit Leiter auf den Balkon
  • Polizei müssen selbst eine Klettereinlage liefern

Klimaprotest am Kanzlerbalkon: Die Umweltorganisation Greenpeace hat den Sitz von Regierungschef Faymann erklommen, um gegen eine zu lasche Klimaschutzpolitik zu protestieren. Vier Aktivisten kletterten auf den Balkon des Kanzleramtes am Ballhausplatz, wo sie ein Banner entrollten und sich festketteten.

Mit einem Lieferwagen fuhren die Aktivisten vor, stellten eine Leiter auf und kletterten auf den Vorbau über dem Tor des Kanzleramtes. Dort entrollten sie ein Plakat mit der Forderung, 40 Prozent CO2 bis zum Jahr 2020 einzusparen. Am Ballhausplatz wurden zudem Zelte aufgestellt, wo die Aktivisten in einem "Klimaschutz-Camp" einziehen wollten. Die Geduld der herbeigeeilten Polizeibeamten währte allerdings nur kurz: Zunächst wurden die Zelte und Fahnen zu ebener Erde weggeräumt, anschließend machte man sich daran, die vier angeketteten Protestierer vom Balkon zu holen.

Klettereinlage der Polizisten
Um auf den Vorbau zu gelangen, mussten die Beamten allerdings selber eine Klettereinlage liefern: Da die Balkontür von den Aktivisten blockiert worden war, blieb der Polizei nichts anderes übrig, als über die seitlich gelegenen Fenster hinüber zu den Greenpeace-Leuten zu klettern. Die Aktivisten wurden losgeschnitten und nach unten gebracht.

Die Wiener Polizei verzeichnete "22 Aktivisten und vier Transparente" bei einer nicht genehmigten Demonstration, die man aufgelöst habe. Es habe diverse Identitätsfeststellungen und Anzeigen gegeben.

Der Anlass für den Greenpeace-Protest war eine veröffentlichte Klimastudie von "Germanwatch". In einem Ranking von 60 Staaten landete Österreich hier auf Platz 42. Bemängelt wird in dem Vergleich vor allem die Klimapolitik Österreichs.

(apa/red)

14.12.2009 12:39
Vasant, 14. 12. '09 14:34
Studien sind lächerlich!
Naja, nachdem wir ja mitten in Europa liegen und keine
Glashülle um unser Land haben, würde es mich auch sehr
wundern, wenn wir bei den Werten Platz 1 hätten;)

Abgesehen davon hat man gestern auch sehr genau im
Club 2 gehört, dass die Studie mit einer Fehleinschätzung
unserer Politiker zusammenhängt, die uns jetzt auch noch
sehr viel Geld (Steuergelder wieder einmal) kosten wird.

Das Einzige was die Greenpeace Leute nun festgestellt
haben ist, dass das Kanzleramt sicher schon leer war
und dort, außer am Balkon, keiner mehr aktiv war/ ist;)
sidestep, 14. 12. '09 15:04
Re: Studien sind lächerlich!
Das ist sicherheitsmäßig trotzdem ein Supergau. Man stelle sich vor: Da kann jeder Sandler eine Leiter anlehnen und in das Bundeskanzleramt klettern, wenn es ihm danach zu Mute ist. Österreich ist und bleibt - nicht nur sicherheitsmäßig - ein Operrettenstaat!