Jahr der Skandale und Streitereien: Nicht
nur Crashgate erschütterte die Formel 1
- Schlagzeilen durch Doppel-Diffusor und Lügen-Affäre
- Rennserie drohte bei Machtkampf Spaltung & das Aus

Das Formel-1-Jahr 2009 bot abseits der Strecke oft mehr Action als das Dargebotene auf dem Asphalt. Der Streit um den angeblich illegalen Doppel-Diffusor, die Lügen-Affäre, Crashgate und vieles mehr sorgten nicht nur für jede Menge Schlagzeilen sondern auch weitreichende Folgen.
Doppel-Diffusor: Der Streit um die von BrawnGP, Toyota und Williams eingesetzten Doppel-Diffusor prägt den Beginn der Saison 2009. Erst im April findet der Disput ein Ende. Der von Ferrari, BMW-Sauber, Renault und Red Bull eingebrachte Protest wird abgelehnt. Die Teams dürfen diese vorteilhafte Variante am hinteren Unterboden ihrer Autos, die mehr Abtrieb und damit eine bessere Straßenlage bringt, weiterhin einsetzen. Die übrigen Teams müssen nachrüsten.
Lügen-Affäre: McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton wird nach dem Saisonauftakt 2009 der Falschaussage vor den Sport-Kommissaren überführt. Dem Briten wird sein dritter Platz in Melbourne aberkannt. Sein Team kassiert eine Sperre von drei Rennen, die für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt wird. Teamchef Ron Dennis zieht sich aus der Formel 1 zurück.
Crashgate: Der Brasilianer Nelson Piquet Jr. gibt nach seiner Entlassung bei Renault im Juli 2009 zu, ein Jahr zuvor beim Rennen in Singapur auf Anweisung der Teamführung absichtlich einen Unfall verursacht zu haben. Sein damaliger Teamgefährte Fernando Alonso profitierte am meisten von dem Crash und gewann das Rennen. Teamchef Flavio Briatore und Chefingenieur Pat Symonds müssen wegen ihrer Verwicklung in die Affäre gehen und werden lebenslang für die Formel 1 gesperrt.
Machtkampf: Der Dachverband FIA und die Top-Rennställe ringen 2009 monatelang um die Zukunft der Formel 1. Die Rennserie steht kurz vor der Spaltung, ehe ein Kompromiss und ein neuer Grundlagenvertrag den Hauskrach beendet.
Hitler-Lob: Per Zeitungsinterview löst Formel-1-Chef Bernie Ecclestone vor dem Deutschland-Grand-Prix 2009 mit Lob für die Politik von NS-Diktator Adolf Hitler Empörung aus. Ecclestone entschuldigt sich kurz darauf und behauptet, er sei falsch verstanden worden.










