Das Geld-Jahr

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9.12.2009 16:12

Russland dreht Europa den Gashahn ab:
Lieferengpässe nach Streit mit der Ukraine

  • Gaspreise als Zankapfel zwischen Kiew und Moskau
  • Lieferung nach über 2 Wochen wieder aufgenommen

Russland dreht der Ukraine ab dem Neujahrsmorgen den Gashahn zu und verursacht damit Liefereinschränkungen in Westeuropa. Man habe sich nicht über die Rückzahlung ukrainischer Schulden und Details eines neuen Liefervertrages einigen können, sagte der Chef des staatlichen russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller. "Ab 1. Jänner wird Gazprom seine Gaslieferungen an Verbraucher in der Ukraine daher komplett, zu 100 Prozent, einstellen", so Miller.

Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin hatte die Ukraine zuvor davor gewarnt, im Falle eines Lieferstopps die Versorgung nach Europa anzutasten. 80 Prozent des russischen Gases für Westeuropa werden durch die Ukraine geleitet. Im Gasstreit 2006 war bei einem ähnlichen Streit zeitweise weniger Gas nach Westeuropa gelangt. Europa bezieht ein Viertel seines benötigten Gases von Russland. Zu den größten Kunden gehören die deutschen Konzerne E.ON und BASF.

Nachdem bereits am 6. Juni weite Teile Europas von russischen Gaslieferungen abgeschnitten waren, verschärfte sich die Situation in den nächsten Tagen weiter. Unter anderem melden Österreich, Bulgarien, Griechenland, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Kroatien und Rumänien am Mittwoch einen Totalausfall russischer Gasimporte.

Wichtigster Streitpunkt zwischen beiden Ländern war zuletzt offenbar der Gaspreis, den die Ukraine ab dem 1. Jänner 2009 zahlen sollte. Die bisherigen Verträge liefen mit Jahresende aus. Russlands Präsident Dmitri Medwedew erklärte, man wolle künftig von der Ukraine 250 Dollar pro 1.000 Kubikmeter Gas haben. Dies sei zwar 40 Prozent mehr als bisher, Kunden in Westeuropa müssten aber deutlich mehr zahlen.

Gas fließt erst zwei Wochen später wieder
Die Gaslieferungen über die Ukraine nach Westen können erst wieder mit der Unterzeichnung eines Gasliefer-Vertrags zwischen Russland und der Ukraine am 19. Jänner aufgenommen werden. Russland Regierungschef Wladimir Putin sagte, er erwarte die Wiederaufnahme der Gaslieferungen nach Europa in naher Zukunft.

Das über eine Woche ausbleibende russische Gas hat in vielen europäischen Ländern zu Engpässen geführt. Besonders stark betroffen sind Südosteuropa und der Balkan. In der EU ist erneut eine Debatte über die starke Energieabhängigkeit von Russland entbrannt.
(apa/red)

9.12.2009 16:12
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