18.12.2009 15:12

Haft für den Waffenlobbyisten: Verdacht
der Geldwäsche bei Alfons Mensdorff-Pouilly

  • 27. Februar: Mehrere Wochen in Untersuchunghaft
  • Soll von Rüstungskonzern 13 Mio. € erhalten haben

Der Waffenlobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly wird am 27. Februar in seiner Heimatgemeinde Luising im Burgenland festgenommen. Es geht um den Verdacht der Geldwäsche im Zusammenhang mit untitulierten Zahlungen des britischen Waffenkonzerns British Aerospace Systems. Über Mensdorff-Pouilly wird die Untersuchungshaft verhängt, die erst am 3. April wieder aufgehoben wird.

Dem Ehemann der ehemaligen Gesundheitsministerin und ÖVP-Frauenchefin Maria Rauch-Kallat wird vorgeworfen, 13 Millionen Euro vom britischen Rüstungskonzern British Aero Space (BAE) über verschiedene Umwege erhalten zu haben. Dabei habe es sich laut Staatsanwaltschaft um "untitulierte Zahlungen" gehandelt. Angeblich soll das Geld von einem britischen Staatsbürger, der in die Verwandtschaft Mensdorffs eingeheiratet hatte, stammen. Dieser soll allerdings - wie auch ein angeblicher Empfänger - bereits verstorben sein. Ein Zahlungsbeleg mit dem Hinweis auf diese Person soll allerdings laut Staatsanwaltschaft gefälscht sein. Dieser Vorwurf der Vorlage gefälschter Belege war auch der unmittelbare Anlass für die Verhaftung Mensdorff-Pouillys.

3. April: Wieder auf freiem Fuß
Mensdorff-Pouillys Anwalt Harald Schuster holt seinen Klienten um 12.01 Uhr in einem dunklen Rangerover - Wunschkennzeichen WCRLAW 1 - aus dem Wiener landesgerichtlichen Gefangenenhaus ab. Mensdorff, der auf dem Beifahrersitz sitzt, lächelt den Journalisten zu, ist aber zu keiner Stellungnahme bereit. Die Staatsanwaltschaft Wien hatte die Enthaftung beantragt, nachdem in Mensdorffs Verfahren wegen mutmaßlicher Geldwäsche die Inlandvernehmungen abgeschlossen waren.

(apa/red)

18.12.2009 15:12
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