Amoklauf in einer belgischen Kinderkrippe:
Zwei Kinder und eine Frau brutal erstochen
- 23. Jänner: Zehn Menschen bei Bluttat verletzt
- 20-jähriger Täter in Supermarkt festgenommen

Ein Blutbad in einer Kinderkrippe erschüttert Belgien. Zwei kleine Kinder und eine Erzieherin wurden von einem vermutlich geisteskranken Mann erstochen. Zehn weitere Kinder sowie zwei Erwachsene wurden bei der Messerattacke zum Teil lebensgefährlich verletzt. Der Täter wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft kurz nach dem Amoklauf in Dendermonde, rund 30 Kilometer nordwestlich von Brüssel, festgenommen.
"Das war ein brutaler Angriff. Alle Kinder hatten zahlreiche Stichwunden an Armen, Beinen und am gesamten Körper", sagte der Chef des örtlichen Notdienstes, Ignace Demeyer. Die zehn verletzten Kinder hätten alle operiert werden müssen, befänden sich inzwischen aber in einem stabilen Zustand.
Der Verdächtige ist nach Angaben der Staatanwaltschaft 20 Jahre alt. Der Mann stamme aus der Region, sagte Staatsanwalt Christian Du Four in Dendermonde. Der Verdächtige sei nicht polizeibekannt. Bei seiner Festnahme habe er keinen Widerstand geleistet.
Täter war geschminkt
Der Mann habe sich bisher weder zu seiner Tat noch zu seinen Motiven geäußert. "Er sagt nichts", sagte Du Four. Es sei falsch, dass der Täter aus einer psychiatrischen Klinik entwichen sei, betonte der Staatsanwalt mit Blick auf Medienberichte. Auch sei der Mann weder unter Alkohol- noch unter Drogeneinfluss gestanden. Bestätigen konnte Du Four allerdings, dass der Mann geschminkt war. "Sein Gesicht war weiß angemalt und die Augen schwarz umrandet", sagte Du Four.
Der Mann sei durch die nicht abgeschlossene Tür in die Kindergrippe eingedrungen und habe sofort mit einem 20 Zentimeter langem Messer angegriffen. "Er kam herein und stach auf alle ein, denen er begegnete", sagte der Staatsanwalt. Eine Erzieherin habe versucht, ihn zu entwaffnen und sei dabei schwerverletzt worden, berichtete Du Four.
Eltern stehen unter Schock
Die Bluttat löste in der 44.000-Einwohner-Stadt in der Provinz Ostflandern Panik aus. "Unsere Stadt trauert über diese große Tragödie", erklärte Bürgermeister Piet Buyse auf einer Pressekonferenz. "Dies war eine brutale Tat. Die wehrlosesten Menschen, sehr kleine Kinder, wurden getötet und viele andere schwer verletzt. Die Eltern stehen unter Schock, wie die gesamte Stadt." Buyse fügte hinzu: "Die einzig gute Nachricht ist, dass die beiden besonders schwer verletzten Kinder inzwischen außer Lebensgefahr sind."
Eine Sprecherin der Regionalregierung, Leene Du Bois, sagte: "Niemand hätte sich vorstellen können, dass jemand so viel Leid anrichten kann." Der Messerstecher habe keine besondere Beziehung zu der Kindertagesstätte. (apa/red)










