"Wunder auf dem Hudson": Spektakuläre
Notlandung mitten im Herzen von New York
- 15. Jänner: Pilot rettete 155 Menschen das Leben
- Maschine geriet kurz nach Start in Vogelschwarm

New York feiert das "Wunder auf dem Hudson": Wie durch ein Wunder haben alle 155 Insassen eines US-Passagierflugzeuges die spektakuläre Notwasserung auf dem Hudson River überlebt. Der Pilot der Unglücksmaschine wurde mit dem Schlüssel der Stadt ausgezeichnet.
Ein Airbus A 320 der amerikanischen Fluggesellschaft US Airways hatte nach einem Vogelschlag auf dem eisigen Hudson-Fluss in New York niedergehen müssen. Die Besatzung brachte die Insassen innerhalb von wenigen Minuten aus der sinkenden Maschine. Fährschiffe und Rettungsboote nahmen sie auf.
Pilot erhält "Schlüssel der Stadt"
Bürgermeister Michael Bloomberg zeichnete zahlreiche Helfer für ihren mutigen Einsatz aus. "Das ist ein Tag, um Gott für das Lächeln auf unseren Gesichtern zu danken", sagte er. Sullenberger, der den Schlüssel als besondere Ehre der Stadt zuerkannt bekam, nahm an der Veranstaltung nicht teil, er wollte dem Untersuchungsteam zur Verfügung stehen.
Maschine geriet in Vogelschwarm
Die Maschine war vom New Yorker Flughafen La Guardia nach Charlotte im Bundesstaat North Carolina unterwegs. Kurz nach dem Start geriet die Maschine in einen Vogelschwarm. "Wir hörten einen lauten Schlag und das Flugzeug bebte ein bisschen", sagte Passagier Alberto Panero. Laut CNN meldete der Pilot einen Zusammenstoß mit zwei großen Vögeln. Beide Motoren waren ausgefallen.
Bloomberg sagte, Sullenberger habe "wunderbare Arbeit" geleistet. Der Flugkapitän sei noch zweimal durch das sinkende Flugzeug gegangen, um sich zu überzeugen, dass kein Passagier zurückgeblieben war. Der New Yorker Gouverneur David Paterson sprach vom "Wunder auf dem Hudson". "Wir sind überglücklich, noch am Leben zu sein", sagte der gerettete Passagier Bill Zuhoski (23) später an Land.
Dramatische Szenen vor Manhattan
Nach der Notlandung hatten sich in dem Fluss vor Manhattan dramatische Szenen abgespielt. Der Airbus versank bis zu den Fenstern im vier Grad kalten Wasser. Viele Passagiere kletterten auf die Tragflächen, andere rutschten ins Wasser. Etliche hatten sich dabei Knochenbrüche und Unterkühlungen zugezogen. Die meisten, darunter auch eine Frau mit einem Baby, kamen rechtzeitig in Rettungsboote.
Pilot mit 40-jähriger Erfahrung
Sullenberger, der das Flugzeug sicher herunterbrachte, ist ein Experte für Flugsicherheit mit 40-jähriger Erfahrung. Bei der Fluggesellschaft US Airways hat er hunderte Kollegen in Sicherheitskursen ausgebildet. Außerdem ist er Berater für Sicherheitsfragen und hat bei zahlreichen Unfallermittlungen mitgewirkt. An der Universität Berkeley bei San Francisco ist er Gastdozent für Katastrophenmanagement.
Der Pilot hatte nach dem Start über Funk Probleme gemeldet. Laut CNN besprach er noch kurz mit der Luftüberwachung eine mögliche Notlandung auf einem Flughafen im Nachbarstaat New Jersey. Doch dann sei der Funkverkehr mit dem Piloten plötzlich abgebrochen.
Seine Frau Lori sagte dem US-Sender CNN, sie sei völlig fassungslos gewesen, als sie von der Notwasserung erfuhr. Ihr Mann habe sie zu Hause in Danville in Kalifornien angerufen und gesagt: "Es hat einen Unfall gegeben." Sie habe an eine Nebensächlichkeit gedacht. "Aber dann hat er mir die Umstände erklärt, und ich habe angefangen zu zittern."
"Alles war professionell, ruhig, methodisch"
Ein Behördensprecher, der die Cockpitgespräche des Fluges 1549 abhörte, sagte CNN, der Pilot sei außerordentlich ruhig gewesen während des ganzen Vorganges. "Da gab es keine Panik, keine Hysterie", sagte der Sprecher. "Alles war professionell, ruhig, methodisch. Es war alles so, wie man hofft, dass es sein würde." Ein Passagier, der Sullenbergers Leistung lobte, sagte, der Pilot habe den Fluggästen kurz vor der Notwasserung ganz ruhig geraten, die Arme ganz fest um den Oberkörper zu legen.
(apa/red)










