Donnerstag, 10. Dezember 2009

Hofburg: Der 12. Buchstabe im Alphabet?

  • Hubert Wachter über Franz Fischler als BP-Kandidat
  • PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Franz Fischler sitzt für die UNO und für NGOs bei der Weltklimakonferenz
in Kopenhagen. In Österreich wird er immer häufiger als Hofburg-Kandidat genannt.

Es ehrt Heinz Fischer als Demokraten, dass es ihm selbst am liebsten wäre, wie er unlängst ganz offiziell kundtat, hätte er zur Bundespräsidenten- Wiederwahl im April 2010 einen wirklich ernst zu nehmenden Gegenkandidaten. Zufall oder nicht, fast zeitgleich würgt die ÖVP immer heftiger just an dieser Frage, ob sie nach der Absage von Niederösterreichs Erwin Pröll nicht doch noch jemanden ins Rennen schicken soll. Aus vielerlei Gründen, nicht nur, um mit Fischer um das höchste Amt im Staate zu fighten. Sondern vor allem, um das Jahr 2010 parteipolitisch, Stichwort: FPÖ, nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Sprich: der Truppe rund um Heinz- Christian Strache nicht kampflos auch noch das bürgerliche Lager im weitesten Sinn zu überlassen.

Die letzte reelle Chance
Schon seit Wochen, bald nach der Absage Erwin Prölls, tauchte immer wieder ein Name als bürgerlicher Kandidat auf, auch an dieser Stelle, wiewohl immer als „völlig unwahrscheinlich“ gebrandmarkt: Franz Fischler. Und plötzlich, ehe sich Vizekanzler Josef Pröll vor zehn Tagen nach Mauritius verabschiedete, ließ selbst der ÖVP-Chef im Gespräch mit NEWS deutliche Sympathien für den knorrigen Tiroler erkennen. Zwar sei überhaupt nichts entschieden, aber Fischlers bisherige Arbeit hätte Österreich und Europa geprägt, das werde zu bewerten sein, so der junge Pröll wörtlich.

Fischer & Fischler?
Entscheidet das Hofburg-Rennen vielleicht wirklich der 12. Buchstabe unseres Alphabets, das „l“? Franz Fischler, 64, ist ein starkes Atout. Eines der wenigen internationalen „Aushängeschilder“ Österreichs, weltweit höchst geachtet. Nach wie vor, obwohl er schon 2005, nach zehn starken Jahren als damals mächtiger EU-Kommissar, das globale politische Parkett offiziell verließ. Indes: Seitdem ist sein Terminkalender randvoll, man reißt sich um ihn als Referenten, Konsulenten und Ratgeber. Auf Universitäten in England, China und den USA, in europäischen Staatskanzleien, bei NGOs wie jetzt in Kopenhagen bei der Klimakonferenz. Noch hat niemand mit Fischler „offiziell“ über eine Hofburg-Kandidatur geredet. Ihm zugeredet. Landet Sepp Pröll diesen Megacoup?

10.12.2009 10:01