Der lange Weg aus der Krise: Wirtschaft
legt in kommenden Jahren nur gering zu
- Wachstumsraten von 1,2 & 1,6 Prozent prognostiziert
- Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt vorerst angespannt

·Die Ökonomie der
Spekulations-Blasen
FORMAT: Steht die Welt
vor dem nächsten Knall?
·Wirtschaft wächst träger als vermutet
3. Quartal: BIP-Wachstum
von 0,5 statt 0,9 Prozent
·Gastgewerbe spürt Wirtschaftskrise nicht
Hotels und Gastrobetriebe
sind Baisse-Gewinnler
·70 Millionen Euro für 100.000 Arbeitslose
Faymann konkretisiert drittes Arbeitsmarktpaket
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hebt die Wachstumsprognosen für die heimische Wirtschaft deutlich an. Trotzdem bleibt es laut OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny nur bei einem "schwachen und verhaltenen" Konjunkturaufschwung. Die Erholung in Osteuropa werde zudem langsamer vonstattengehen als im Euroraum. Österreich hingegen sollte sich besser als der Euroraum entwickeln.
Für Österreich prognostizieren die Notenbanker für die beiden kommenden Jahre 2010 und 2011 nunmehr Wachstumsraten von 1,2 Prozent bzw. 1,6 Prozent, das sind um 1,6 bzw. 0,4 Prozentpunkte mehr als sie zuletzt im Juni erwartet haben. Für heuer wird ein BIP-Rückgang von 3,5 Prozent erwartet, der stärkste Rückgang in der Nachkriegszeit. Im Juni lagen die Prognosen sogar noch bei -4,2 Prozent.
Weiterhin stabil und deutlich unter dem Preisziel der Europäischen Zentralbank (EZB), das bei zwei Prozent liegt, sollte sich die Inflation entwickeln. 1,5 bzw. 1,6 Prozent prognostiziert die OeNB für 2010 und 2011. Dagegen sollte sich der Beschäftigungsrückgang auch 2010 und 2011 fortsetzen und die Arbeitslosenquote nach 4,7 Prozent in diesem Jahr in den beiden Folgejahren mit 5,3 bzw. 5,4 Prozent einen neuen Höchststand erreichen.
Das Budgetdefizit wird sich deutlich verschlechtern. Die Neuverschuldung sollte sich von heuer 4,2 Prozent auf 5,6 (2010) und 5,4 Prozent (2011) vergrößern und somit deutlich über dem Maastsricht-Ziel von 3 Prozent liegen. Die Staatsverschuldung prognostiziert die Nationalbank heuer mit 68,9 Prozent des BIP und sollte in den Folgejahren auf 73,6 und 76,9 Prozent steigen.
Österreichs Wirtschaft sollte 2010 vor allem von der deutlichen Verbesserung der Exportmärkte profitieren. Die Nationalbank rechnet mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent und mit 3,8 Prozent für 2011. (apa/red)
