Donnerstag, 10. Dezember 2009

AUA-Vorstand sieht Sanierung "on track":
Größe des Schuldenlochs bleibt Geheimnis

  • 242,3 Mio. Euro Miese in den ersten drei Quartalen
  • Malanik: "Erträge bleiben 2010 weiter unter Druck"

AUA-Vorstand Peter Malanik sieht die Sanierung der AUA (Austrian Airlines) auf Schiene. "Wir sind on track mit der Umsetzung", sagte Malanik am Rande der Feierlichkeiten zur Aufnahme der Brüssels Airlines als 26. Mitglied der Star Alliance in Brüssel. Wie hoch der Verlust der seit September im Eigentum der Lufthansa befindlichen Fluglinie im Gesamtjahr ausfallen wird, darüber hielt sich Malanik noch bedeckt. Bei den Passagierzahlen zeichne sich eine gewisse Bodenbildung ab, wenn auch 2010 noch nicht mit einer Verbesserung zu rechnen sei, die Erträge blieben aber weiter unter Druck, sagte er.

Die AUA hat in den ersten neun Monaten 2009 bei einem Umsatz von 1,49 Mrd. Euro unterm Strich 242,3 Mio. Euro Verlust eingeflogen. Operativ betrug das Minus 225,4 Mio. Euro und auch bereinigt um neuerliche Flugzeugabwertungen und Rückstellungen für die bereits laufende Trennung von rund 1.500 Mitarbeitern waren die Zahlen mit 64,4 Mio. Euro tiefrot.

Sieben Flugzeuge weniger
Nach Angaben von Malanik laufen die Gespräche mit dem Betriebsrat über die Reduktion der Mitarbeiterzahlen auf 6.000 "konstruktiv" und auch die beschlossene Stilllegung von 14 der 50-sitzigen Maschinen ab Sommerflugplan ist im Gange. Derzeit hat die AUA 91 Flugzeuge, ab März 2010 sollen es dann 84 sein. Grund für die Differenz ist unter anderem die Wiederinbetriebnahme einiger bisher stillgelegter Maschinen. Gleichzeitig werden größere Maschinen vom Charter- ins Liniengeschäft verschoben. Das alles soll zu geringeren Kosten pro Sitzplatz beitragen und a la longue für die Kunden bei gleichem Streckenangebot und Service im Schnitt etwas günstigere Tickets bringen. Die Langstrecke läuft nach Angaben des Airline-Managers weiter "mühsam", wenn auch dort eine gewisse Stabilisierung zu merken sei.

Ein Billigflieger werde die AUA nicht werden, sagte Malanik nicht zuletzt in Reaktion auf die jüngste Kritik von Niki Lauda. Mit den Sparprogrammen und der geänderten Flotten- und Streckenpolitik werde die AUA aber "ein sehr günstiger Netzwerkcarrier werden, sagte der Vorstand. Lauda hatte sich in einem Interview darüber mokiert, "wie diese so genannten Qualitätsairlines a la Lufthansa, AUA oder British Airways mit ihrem weltweiten Netzwerk nicht mehr ihrem Namen gerecht werden und jetzt auf einmal Low-Cost-Airline spielen wollen. Man habe sich mittlerweile an die Wortmeldungen von Lauda gewöhnt, konterte Malanik. Und. "Ehrlich gesagt, wenn Herr Lauda ausnahmslos gut fände, was wir tun, wäre ich beunruhigt."

Kritik an Gebührenerhöhung
Zu den offenbar zähen Gesprächen mit Lieferanten meinte Malanik, einige hätten besser verstanden als andere, dass man dem Geschäftspartner in einer schwierigen Situation helfen müsse. Die AUA hatte gemeinsam mit Erzrivalen "Niki" gegen die geplante Gebührenerhöhung bei der Flugsicherung Austro Control protestiert.

Im Streit um die AUA-Landerechte in Moskau setze er, Malanik, weiter auf Gespräche. Alle Länder außer Russland hätten die Stiftungskonstruktion, mit der bei transnationalen Übernahmen üblicherweise die nationalen Rechte gewahrt werden, akzeptiert. "Zuerst hatten wir eine Frist von zwei Tagen, dann zwei Monaten und jetzt fast den gesamten Winterflugplan", sagte Malanik. Wie die Lösung aussehen könnte sei noch offen, jedenfalls fordere die russische Seite aber Gegenleistungen. (apa/red)

10.12.2009 12:40