Ringen um Hypo Alpe Adria: Land Kärnten
schließt Kapitalspritze doch nicht mehr aus
- Angeschlagene Bank braucht 1,5 Milliarden Euro
- PLUS: Zuversicht über erfolgreiche HV am Freitag

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Ohne Konzept gibt es
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bereits 201 Millionen
Ausfälle bei Hypo Alpe-
Adria und Volksbanken
Nach wochenlangem Verharren auf dem Standpunkt, dass Kärnten bei der Rekapitalisierung der maroden Hypo Group Alpe Adria nicht mitziehen werde, ist ein Mitgehen am Mittwoch plötzlich nicht mehr kategorisch ausgeschlossen worden. Dass dieser Schritt nicht mehr ausgeschlossen werde, "heißt aber nicht unbedingt, dass wir ihn in Erwägung ziehen", sagt Josef Martinz, Aufsichtsratsvorsitzender der Kärntner Landesholding.
Der Aufsichtsrat der BayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria berät derzeit in München über die Zukunft des angeschlagenen Geldinstituts. Damit die Kernkapitalquote des Instituts nicht unter die vorgeschriebene Grenze fällt, benötigt sie Schätzungen zufolge rund 1,5 Milliarden Euro frisches Kapital.
Der Freistaat Bayern, das Land Kärnten und der Staat Österreich ringen seit Wochen darum, ob und wer sich daran in welcher Höhe beteiligt. Wegen des Österreich-Debakels von Deutschlands zweitgrößter Landesbank war zuletzt auch Bayerns Finanzminister Fahrenschon (CSU) unter Druck geraten, der einen Prüfbericht zum Kauf der HGAA monatelang unter Verschluss gehalten hatte. Noch am Mittwoch hatte er die Vorwürfe vor der BayernLB-Kommission des Bayerischen Landtags zurückgewiesen.
Zahlt Kärnten?
Die HGAA leidet unter faulen Krediten und problematischen Leasinggeschäften auf dem Balkan und wird der ohnehin von der Finanzkrise gebeutelten BayernLB in diesem Jahr voraussichtlich einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro einbrocken. Am Mittwoch wurde bekannt, dass das Land Kärnten ein Mitgehen bei der Kapitalerhöhung nicht mehr kategorisch ausschließt. Es sei aber klar, dass man als zweitkleinster Eigentümer "eine Großkapitalisierung nicht leisten" könne, sagte Landesholding-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Martinz.
Es gelte die weiteren Entwicklungen der Verhandlungen zwischen Bund und Bayern abzuwarten, sagte Martinz auf die Frage, ob ein - wenn auch kleiner - finanzieller Beitrag des Bundeslandes leistbar sei. "Die unterschiedlichen Vorstellungen aller Beteiligten sind am Tisch", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende. Eine Festlegung auf eine Position sei aber bisher weder von den Bayern noch vom Bund erfolgt, man wolle abwarten was bei diesen Gesprächen herauskomme. Kärnten sei der zweitkleinste Eigentümer, "eine Großkapitalisierung" könne von dieser Seite also nicht erwartet werden. Martinz: "Der Fortbestand der Hypo ist im Interesse Aller."
Entscheidung für Freitag erwartet
Martinz zeigte sich zuversichtlich, dass die Kapitalerhöhung am Freitag bei der Hauptversammlung der Hypo Group Alpe Adria in Klagenfurt über die Bühne gehen werde. Zuvor müsste allerdings noch einmal der Aufsichtsrat der Landesholding zusammentreffen um die Teilnehmer an der HV mit einem entsprechenden Mandat auszustatten. Ein Termin für diese Sitzung stand allerdings noch nicht fest.
Kärnten besitzt über die Landesholding noch 12,4 Prozent an der Hypo. Würde das Land bei einer Kapitalerhöhung von 1,5 Mrd. Euro mitgehen, wäre ein aliquoter Anteil von 186 Mio. Euro an Kapitalzuschuss zu stemmen. Ob das Bundesland in der Lage oder Willens ist, die gesamte Summe aufzubringen, ist allerdings fraglich.
(apa/red)
