Sonntag, 13. Dezember 2009

Berühmter Ökonom Paul Samuelson tot: Nobelpreisträger mit 94 Jahren verstorben

  • Bereits als Berater von US-Präsident Kennedy tätig
  • War Vordenker der modernen Volkswirtschaftslehre

Der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul A. Samuelson ist im Alter von 94 Jahren verstorben. Samuelson, der als einer der führenden Ökonomen des 20. Jahrhunderts gilt und zwei US-Präsidenten beraten hat, starb in seinem Haus in Belmont im US-Staat Massachusetts, wie seine frühere Universität Massachusetts Institute of Technology (MIT) mitteilte.

Samuelson gilt als Vordenker der modernen Volkswirtschaftslehre. Ein von ihm führend verfasstes Standardwerk der Makro- und Mikroökonomie wurde in 40 Sprachen übersetzt. Für seine wegweisende Forschung wurde er 1970 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet.

Berater von US-Präsident Kennedy
Samuelson diente unter anderem den damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson (beide Demokraten) als Berater. Er unterstützte 2004 das Wirtschaftsprogramm des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten John Kerry, der gegen George W. Bush unterlag. Samuelson und neun weitere US-Nobelpreisträger warfen Bush damals einen "waghalsigen und extremen" Kurs vor, der die langfristige Gesundheit der US-Wirtschaft gefährde. Besonders kritisierten sie die Steuersenkungspolitik des damaligen US-Präsidenten, von der die reichsten Bürger profitierten, die aber einen unzureichenden Anreiz zur Schaffung neuer Arbeitsplätze darstelle.

Samuelson meldete sich im Zuge der Finanzkrise auch bis kurz vor seinem Tod immer wieder mit pointierten Analysen zu Wort. (apa/red)

13.12.2009 19:35