Pröll stellt Staatshilfe für Hypo in Aussicht:
"Pleitebank" muss vier Bedingungen erfüllen
- Eigentümer sollen zusätzlichen Kapitalbeitrag leisten
- Risikomanagement und Zukunftsstrategie gefordert

Finanzminister Pröll hat erstmals "offiziell" Verhandlungen über Staatshilfe für die angeschlagene Hypo Group Alpe Adria in Aussicht gestellt. Pröll nannte aber vier Bedingungen: darunter auch einen maßgeblichen Beitrag der Eigentümer. In der Oesterreichischen Nationalbank hofft man, dass zur "Stabilisierung" der Bank ein Durchbruch in den Verhandlungen zustande kommt.
Pröll erinnerte die Hypo-Eigentümer, dass der Bund schon einmal 900 Mio. Euro PS-Kapital einschoss, vor einem Jahr. Zudem vermisst er in bisherigen Aussagen der Hypo-Eigentümer das "zumutbare" Verantwortungsbewusstsein. Die Hypo Group Alpe Adria befindet sich im Besitz der Bayrischen Landesbank (67,08 Prozent), der Kärntner Landesholding (12,42 Prozent), der Grazer Wechselseitigen (20,48 Prozent) sowie einer Mitarbeiterstiftung (0,02 Prozent).
Verlangt wird von den Eigentümern ein "signifikanter" zusätzlicher Kapitalbeitrag (Eigenkapital oder Partizipationskapital), mittelfristige Sicherung der laufenden Bank-Liquidität, es müssten aber auch Schritte zur Absicherung künftiger Risiken gesetzt und eine "nachhaltige" Zukunftsstrategie für die Hypo unterstützt werden. "Die Zeit des Pokerns ist vorbei", schickt auch der Staatssekretär im Finanzministerium, Andreas Schieder (SPÖ), eine Warnung an die Hypo. "Die Verantwortung liegt eindeutig bei den Eigentümern", sie müssten jetzt ernsthaft festlegen, wer wieviel einschießt, so Schieder.
Nowotny begrüßt Entscheidung
OeNB-Chef Ewald Nowotny begrüßte die offizielle Verhandlungsaufnahme. Er appellierte an alle Beteiligten, möglichst rasch zu "klaren" Lösungen zu kommen. Für den Finanzplatz sei eine Diskussion um den Zustand einer Bank nicht angenehm. Die Notenbank werde bei Bedarf mit Liquidität aushelfen.
Implizit bestätigte Nowotny, dass die Hypo Group Alpe Adria eine Systembank ist. Sie sei "die kleinste der Großen" im Land. Und sie sei "sicherlich eine wichtige Bank für Österreich und speziell für Südosteuropa". Er bekräftigte die Versicherungen von Kanzler und Vizekanzler, dass kein Sparer bei der Hypo zu Schaden kommen würde.
(apa/red)

