Montag, 7. Dezember 2009

Österreicher sparen bei den Spendengaben:
Wirtschaftskrise & Co. wirken sich heuer aus

  • Der Spendenanteil ist um neun Prozent gesunken
  • Steuerliche Absetzbarkeit fördert Großzügigkeit nicht

Wirtschaftskrise und Co. haben offenbar auch Auswirkungen auf die Spendenfreudigkeit in Österreich: In den vergangenen zwölf Monaten haben laut einer Umfrage des Linzer Sozialforschungsinstituts Public Opinion rund 55 Prozent der 1.089 befragten Personen gespendet - dieser Anteil hat sich damit gegenüber 2008 um neun Prozent verringert. Die durchschnittliche Spendenhöhe heuer beträgt rund 78 Euro und liegt um vier Euro unter der durchschnittlichen Höhe aus dem Vorjahr, hieß es in einer Aussendung.

Einen Rückgang verzeichnete man heuer laut dem Institut bei allen Spendenformen, so z. B. bei Erlagschein-Spenden (minus sieben Prozent), beim Kauf von Abzeichen/Briefmarken/Losen für einen guten Zweck (minus sechs Prozent) oder bei Spenden bei Kirchensammlungen (minus fünf Prozent). Geld gegeben wird hingegen am meisten für Kinder und Tiere. Die steuerliche Absetzbarkeit ist übrigens kein wirklicher Spende-Grund für die Geber: Die Möglichkeit dürfte mitunter noch zu wenig bekannt sein bzw. von offensichtlich wichtiger eingeschätzten Beweggründen überlagert werden, so das Institut. Die Befragung wurde im Oktober und November durchgeführt.

(apa/red)

7.12.2009 17:02
Verbesserer, 07. 12. '09 18:17
60% bis 70% der Spendengelder werden für Bestechung benötigt!
Mein Schulfreund ist mit der Errichtung von Schulen und humanitären Einrichtungen in 3.-Welt-Ländern betraut. Er beklagt, dass von der Regierung bis zum "Bürgermeister" Bestechungsgelder fließen müssen, bevor ein Projekt verwirklicht werden kann. Auf diese Weise blieben von der gesamt aufgewendeten Summe nur ein Drittel für das eigentliche Projekt. Einfach die staatl. Entwicklungshilfe zu erhöhen ist unter solchen Umständen keine Lösung.
Vasant, 07. 12. '09 17:01
Tatsache ist, dass ...
wir immer noch zu viel spenden! Die Österreicher sind in
der Hinsicht "naiv". Einerseits stellt man uns international
als Rechte und Nazis dar, aber unsere Spenden nimmt man
dann doch zu gerne an, wenn überhaupt alle dort ankommen
wo sie auch hin sollen. Ist ja wie in der EU ... wer weiß denn
schon wo das Geld "verschwindet" und wer aller mitkassiert!


Meine Meinung!