Ein kleiner Kerl mit ganz großer Leistung:
20-jähriger Hirscher ist oben angekommen
- Mit Risikobereitschaft zum ersten Weltcup-Triumph
- Benni Raich: "Er hat eine große Zukunft vor sich"
·Super-Kombi, Super
G und jetzt auch RTL
Hirscher sorgt für rot-
weiß-roten Siegeshattrick
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Dreifachsieg in Super-
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·Weltcup-Stände der Herren 2009/2010
So steht es in der Einzel- und der Gesamtwertung

"Little guy, push it hard, as fast as you can." Ein Satz, der widerspiegelt, wie sich Marcel Hirscher am Sonntag gefühlt hat. Als 20-Jähriger führte er erstmals in seiner Karriere zur Halbzeit in einem Weltcuprennen, sah sich so nahe am Sieg dran wie noch nie und setzte auf volles Risiko. Der kleine Kerl, mit 70 Kilogramm Körpergewicht bei 173 Zentimetern Körpergröße ist er der Leichteste im Weltcup, preschte die "Face Bellevarde" hinunter, als ob ein verspäteter Krampus hinter ihm her wäre, und holte sich mit Platz eins im Riesentorlauf von Val d'Isere seinen ersten Sieg.
Der Annaberger ist das größte Talent im Österreichischen Herren-Skiteam und hatte bereits vier Weltcup-Podestränge auf der Habenseite. Der Sieg schien nur eine Frage der Zeit. Am Sonntag war der Zeitpunkt gekommen. Dabei hatte sich zwischenzeitlich eine Nervosität eingestellt, die Hirscher so an sich noch nicht kannte und die er mit dem Spielen auf der Playstation (Motocross) etwas dämpfte. "Normal lässt mich das Renngeschehen voll kalt. Heute war das nicht so, aber dann fünf Nummern vor mir war die Nervösität weg. Da waren nur noch ich und der Hang, ich und der Lauf selbst."
"Mehr als 100 Prozent geben"
Und dann hörte er die tobende Menge nach der Fahrt des Italieners Massimiliano Blardone. "Ich habe mich entscheiden müssen. Vollgas geben, sonst gebe ich das Ganze aus der Hand. Und das wäre schade gewesen, nachdem ich im ersten Durchgang so eine Basis gelegt hatte. Das einzige, was ich also tun konnte, war, mehr als Risiko, mehr als 100 Prozent zu geben. Heute hatte ich Glück. Es ist ein großartiger Tag." Viele hätten Hirscher eher zuerst als Slalomsieger, denn als Riesentorlauftriumphator gesehen, für den Salzburger ist das allerdings nicht von Bedeutung: "Das spielt keine Rolle. Man kann nicht daran denken, wann es passiert, das kann man nicht planen. Es muss einfach passieren."
Das er allerdings sein großes Idol, Benjamin Raich, in einem Rennen besiegt hatte, das konnte Hirscher doch nicht recht glauben. "Das ist etwas Besonderes und einfach unglaublich. Das Rennen war so schwer, bei der Hälfte dachte ich mir, meine Beine brennen so, was soll ich tun? Und dann war ich im Ziel und der Benni gratulierte mir. Normalerweise ist das nicht wahr." Die "Face Bellevarde" mutiert trotzdem zu einem der liebsten Hänge für Hirscher, an drei Tagen hatte er die Ränge zwei in der Super-Kombination, elf im Super-G und eins im Riesentorlauf herausgefahren. "Bei der WM habe ich mir gedacht, ich bin glücklich, hier zu sein. Nach der WM war ich 7/100 hinter Riesentorlaufbronze."
"Er ist ein Siegertyp"
Dass Hirscher eine große Zukunft vor sich haben kann, ist längst vielen klar. "Er ist ein großartiger Rennfahrer und Skifahrer. Und er ist ein Siegertyp. Wie haben viele gute Skifahrer, aber es ist nicht leicht zu gewinnen. Nach dem ersten Lauf zeigte er einen perfekten zweiten, ich bin stark beeindruckt und freue mich sehr für ihn." Er sei ein offener Typ und zeige aber auch sehr viel Respekt, den man unter Teamkollegen haben müsse.
Sicher müsse er sich noch entwickeln, aber "ich denke, dass er eine große Zukunft haben wird", sagt Raich voraus. Denn Hirscher hat, was andere nicht haben. "Er traut sich, in Rennen schnell Ski zu fahren. So wie heute nach dem ersten Lauf, das war nicht einfach für ihn. Da gibt es viele, die weiche Knie bekommen würden, er bekommt die nicht." Das sieht auch ÖSV-Alpinchef Hans Pum so: "Gewaltig! Mich freut, dass er so cool geblieben ist. Nach der Superfahrt von Blardone hat er es so runtergebracht."
(apa/red)
