Champagner nach dem Überraschungssieg:
Walchhofer gewinnt Super-G in Val d'Isere
- Salzburger holt 15. Weltcup-Sieg seiner Karriere
ÖSV-Team damit endgültig wieder auf Siegerstraße - Weltcup-Führender Carlo Janka erneut nicht im Ziel

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Dreifachsieg in Super-
Kombi. Raich gewinnt
·Weltcup-Stände der Herren 2009/2010
So steht es in der Einzel- und der Gesamtwertung
Michael Walchhofer hat in Val d'Isere einen völlig verrückten Super-G gewonnen. Der Salzburger, der sich kaum Chancen auf eine Top-Ten-Platz gegeben hatte, setzte sich bei leichtem Schneefall und schlechter Bodensicht in dem einem Riesentorlauf ähnlichen Rennen vor dem US-Amerikaner Ted Ligety (+0,28 Sekunden) und dem Südtiroler Werner Heel (0,75) durch. Super-Kombinationssieger Benjamin Raich machte als Fünfter wertvolle Punkte für den Gesamtweltcup, ihm fehlen nur noch 34 Zähler auf den Schweizer Carlo Janka, der wie schon am Vortag ausschied.
Im zur Kombi zählenden Super-G am Vortag hatte Walchhofer 1,79 Sekunden Rückstand auf die Topzeit und stapelte danach tief. Dementsprechend überrascht war er nach dem 15. Karriereerfolg im Weltcup und erst dem zweiten in dieser Disziplin nach Gröden 2004. "Das ist eine Riesenüberraschung. Ich hatte einen Riesenfehler, als ich im Ziel gesehen habe, dass ich Erster bin, habe ich mich erst überhaupt nicht ausgekannt", sagte Walchhofer, den der nach einer Rückenoperation bei den Rennen noch immer fehlende Trainer Andreas Evers per Telefon gesagt habe, dass er um den Sieg mitfahren könne.
1. Saisonsieg trotz Riesenpatzer
Speed-Spezialist Walchhofer hatte sich am Start ein paar Läufer angesehen und erkannt, dass er kämpfen müsse, denn auch mit ein paar Fehlern sei auf der technisch anspruchsvollen "Face Bellevarde" noch einiges drinnen. Wie der fast im Schnee liegende Ligety hatte dann auch Walchhofer einen Riesenpatzer, trotzdem reichte es zum dritten Sieg eines Österreichers im Olympiawinter nach Reinfried Herbst (Slalom Levi) und Raich am Freitag, der sogar einen Dreifacherfolg angeführt und Marcel Hirscher (Samstag 11.) sowie Romed Baumann (18.) auf die Plätze verwiesen hatte.
"Froh, gesund und mit einer halbwegs guten Platzierung im Ziel" zu sein war Raich. "Die Sicht nicht gut, die Piste wellig, und dass das ein steiler Hang ist, wissen wir ja. So wie gestern, wenn die Sonne scheint, ist das ja ganz lässig, aber heute hat es nicht so viel Spaß gemacht", gab der Tiroler zu. Der Sieg von Walchhofer habe ihn nicht überrascht. "Der Michi fährt auch im steilen Gelände extrem stark, das habe ich mehrmals gesehen, auch als wir in Sölden trainiert haben. Und er kann sich vor allem überwinden im Rennen, und das hat er heute ausgepackt und das war heute sehr wichtig", wusste Raich, was vielleicht der Schlüssel zum Erfolg gewesen ist.
Tolles Comeback von Scheiber
Sehr guter Sechster als drittbester Österreicher wurde Mario Scheiber, der sich nach der Verletzungspause mit diesem Ergebnis Selbstvertrauen holte. "Der Schritt in die richtige Richtung, Richtung Stockerl, Richtung Sieg. Dass es jetzt für das Stockerl noch nicht reicht, ist klar", meinte der Tiroler, der von großer Überwindung sprach. "Man sah überhaupt nichts, keine Wellen. Es war von oben bis unten ein brutaler Kampf, ich habe mich überwinden müssen, dass ich mich voll traue. Teilweise habe ich eh die Ski zu viel angestellt", berichtete er nach seiner Fahrt.
Nach den Verletzungen brauche er momentan eigentlich noch bessere Sicht für gute Rennen, aber dank Konzentration und Überwindung gelang ihm bereits ein Spitzenplatz und das zweite Top-Ten-Ergebnis (Platz zehn in Abfahrt von Beaver Creek) seit dem Comeback. Der Super-G war ein Ausfallrennen, knapp 50 Prozent der Läufer sahen das Ziel nicht, darunter auch die Österreicher Florian Scheiber, Hannes Reichelt und Georg Streitberger. Christoph Gruber landete ex aequo mit Baumann auf Platz 18, Klaus Kröll wurde 22..
| Endstand: | ||||
| 1. | Michael Walchhofer | AUT | 1:20,78 Min. | |
| 2. | Ted Ligety | USA | 1:21,06 | +0,28 Sek. |
| 3. | Werner Heel | ITA | 1:21,53 | +0,75 |
| 4. | Patrick Staudacher | ITA | 1:21,92 | +1,14 |
| 5. | Benjamin Raich | AUT | 1:21,95 | +1,17 |
| 6. | Mario Scheiber | AUT | 1:21,97 | +1,19 |
| 7. | Aksel Lund Svindal | NOR | 1:22,21 | +1,43 |
| 8. | Ales Gorza | SLO | 1:22,43 | +1,65 |
| 9. | Bode Miller | USA | 1:22,45 | +1,67 |
| 9. | Didier Cuche | SUI | 1:22,45 | +1,67 |
| 11. | Marcel Hirscher | AUT | 1:22,48 | +1,70 |
| 12. | Didier Defago | SUI | 1:22,61 | +1,83 |
| 13. | Manfred Mölgg | ITA | 1:22,73 | +1,95 |
| 14. | Silvan Zurbriggen | SUI | 1:22,85 | +2,07 |
| 15. | Gauthier de Tessieres | FRA | 1:22,97 | +2,19 |
| 16. | Kjetil Jansrud | NOR | 1:22,99 | +2,21 |
| 17. | Christof Innerhofer | ITA | 1:23,09 | +2,31 |
| 18. | Christoph Gruber | AUT | 1:23,43 | +2,65 |
| 18. | Romed Baumann | AUT | 1:23,43 | +2,65 |
| 20. | Andrej Sporn | SLO | 1:23,55 | +2,77 |
| 21. | Manuel Osborne-Paradis | CAN | 1:23,67 | +2,89 |
| 22. | Klaus Kröll | AUT | 1:23,68 | +2,90 |
| 23. | Marco Büchel | LIE | 1:23,88 | +3,10 |
| 24. | Sebastien Pichot | FRA | 1:23,93 | +3,15 |
| 25. | Ambrosi Hoffmann | SUI | 1:24,10 | +3,32 |
| 26. | Stefan Thanei | ITA | 1:24,37 | +3,59 |
| 27. | Andrej Krizaj | SLO | 1:24,38 | +3,60 |
| 28. | Niklas Rainer | SWE | 1:25,46 | +4,68 |
| 29. | Truls Ove Karlsen | NOR | 1:25,70 | +4,92 |
| 30. | Alexander Horoschilow | RUS | 1:26,42 | +5,64 |
(apa/red)
