Freitag, 11. Dezember 2009

Doping-Verfahren gegen Hoffmann: NADA entscheidet über mögliche Suspendierung

  • Es wurden keine Gründe für die Einleitung genannt
  • Im Langlauf-Weltcup in Davos startberechtigt

Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann ist über ein halbes Jahr nach Beginn der Ermittlungen der Sonderkommission Doping der Kriminalpolizei nun auch ins Visier der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) geraten. Die NADA leitete gegen den 34-jährigen Oberösterreicher ein Verfahren ein, Gründe dafür wurden keine genannt. Ausschlaggebend für die Einleitung des Verfahrens dürfte die Mitte Oktober ermöglichte Akteneinsicht der NADA in die Ermittlungsergebnisse der Behörden in diversen Dopingfällen sein.

NADA-Geschäftsführer Andreas Schwab gab keine Details zu dem Fall bekannt. Hoffmann selbst, gegen den seit Mai Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, hat Doping stets bestritten. Der Staffelweltmeister von 1999 soll einer jener Spitzensportler sein, die neben Ex-Radprofi Bernhard Kohl unter Mithilfe des mutmaßlichen Drahtziehers Stefan Matschiner zu Dopingzwecken eine Blutzentrifuge angeschafft haben. Hoffmann war für einen Kommentar nicht erreichbar.

Eine Woche Zeit für Stellungnahme
Der Olympiasieger von 2002 hat für eine Stellungnahme gegenüber der NADA eine Woche Zeit, danach wird über eine mögliche vorläufige Suspendierung entschieden. Ein mündliche Verhandlung hat binnen acht Wochen stattzufinden. Damit könnte der Oberösterreicher dem Österreichischen Ski-Verband (ÖSV), dessen Athleten und Betreuer bei den Winterspielen 2002 und 2006 für veritable Skandale gesorgt hatten, kurz vor Beginn der Olympischen Spiele neuerlich in Doping-Schlagzeilen bringen.

Hoffmann ist allerdings derzeit noch nicht für Vancouver qualifiziert, Er versuchte, am Samstag in Davos bei seinem zweiten Weltcup-Saisoneinsatz über 15 km Skating die Olympia-Norm zu erbringen.


(apa/red)

11.12.2009 19:58