Berlusconi-Angreifer auf Facebook gefeiert:
"Danke Massimo T." und "T. sofort heilig"
- Blutige Attacke auf Silvio: Nasenbein gebrochen
- Regierungschef bleibt weiterhin im Krankenhaus

·Die lädierte Visage des Silvio Berlusconi
BILDER vom Angriff auf Italiens Premierminister
·Ein Wurf mitten in Berlusconis Gesicht
VIDEO: Blutiger Angriff kommt aus dem Nichts
·Anwesenheit hat
Silvio gar nicht gerne
Korruption: Berlusconi
zu beschäftigt für Prozess
Der italienische Ministerpräsident Berlusconi ist am Sonntagabend nach einem öffentlichen Auftritt in Mailand von einem Mann attackiert worden. Der 42-jähriger Täter bewarf Berlusconi mit einer Miniatur des Mailänder Doms für Touristen und verletzte ihn damit. Der Regierungschef, der von einer Entfernung von nur zwei Meter auf der rechten Gesichtshälfte getroffen wurde, fiel daraufhin zu Boden. Berlusconi erlitt einen Nasenbruch und Verletzungen an der Unterlippe, die zugenäht werden musste. Außerdem brachen zwei Zähne ab. Der Angreifer wird unterdessen auf Facebook gefeiert.
Auf Facebook feierten 20.000 Internet-Surfer den Angriff auf Berlusconi. Auf einer Seite ist ein Foto mit dem verletzten Berlusconi zu sehen und darunter der Text: "Danke Massimo T.!". Andere Internet-Surfer hinterließen lobende Botschaften für den Angreifer: "T. sofort heilig!", war unter anderem zu lesen. Diese Botschaften wurden von Innenminister Roberto Maroni schwer verurteilt. "Man kann nicht erdulden, dass im Internet zum Mord an Politikern aufgehetzt wird", betonte Berlusconi.
Berlusconi habe wegen der Verletzungen einen halben Liter Blut verloren. Er werde mit Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt und klagte über Kopfschmerzen. Der persönliche Arzt des Ministerpräsidenten, Alberto Zangrillo, versicherte aber, dass der Premierminister keiner Operation unterzogen werden muss.
Premier ist "sehr verbittert"
"Berlusconi hat niemals das Bewusstsein verloren. Vom psychologischen Standpunkt ist er durch den Besuch von Freunden und Angehörigen aufgeheitert worden. Er selber hat seine Kinder beruhigt, die sehr besorgt waren. Jetzt ist er ruhig, aber wegen des Vorkommnisses sehr verbittert", berichtete der Arzt.
Vor der Klinik wurde ein Plakat mit ermutigenden Worten für den Regierungschef aufgestellt. "Berlusconi wünschen wir eine baldige Genesung. Die wahren Italiener sind für immer mit Dir!", ist auf dem Plakat zu lesen. Viele Polizisten bewachen die Klinik, in die Berlusconi sofort nach dem Angriff einliefert wurde.
"Terroristischer Akt"
Der Angriff auf den Premierminister löste in Italien helle Empörung aus. Der linksgerichtete Staatspräsident Napolitano verurteilte den Angriff und sprach Berlusconi seine volle Solidarität aus. Der mit Berlusconi verbündete Chef der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord, Umberto Bossi, sprach von einem "terroristischen Akt".
Über das Motiv des bisher unbescholtenen Täters liegen noch keine Informationen vor. Auf den Fernsehbildern machte er einen abgestumpften Eindruck, als die Polizei ihn unmittelbar nach der Tat abführte und vor wütenden Passanten abschirmte.
Für Berlusconi sind physische Angriffe keine Neuigkeit. Schon am Silvesterabend 2004 war der Premier in Rom durch den Wurf eines Kamerastativs leicht verletzt worden.
(apa/red)
