Hauchdünner Vorsprung für Traian Basescu:
Rumäniens Präsident steht vor Wiederwahl
- Stichwahl: 99,13 Prozent der Stimmen ausgezählt
- In der Nacht feierten sich beide Kandidaten als Sieger

Der rumänische Staatspräsident Basescu ist offenbar wiedergewählt worden. Nach Auszählung von 99,13 Prozent der Stimmen lag der Amtsinhaber mit 50,37 Prozent hauchdünn vor seinem Herausforderer, dem Sozialdemokraten Mircea Geoana, der auf 49,62 Prozent kam.
Bemerkenswert ist, dass die Sozialdemokraten erstmals in der Hauptstadt Bukarest, deren Bürgermeister Basescu zwischen 2000 und 2004 war, gewonnen haben. Die Wahlbeteiligung von fast 57 Prozent war höher als beim ersten Wahlgang.
Am Abend und in der Nacht lieferten einander die Wahlbüros der beiden Parteien sowie einige TV-Sender Wettbewerbe in widersprüchlichen Prognosen und Parallelzählungen, während beide Kandidaten sich als Sieger präsentieren. Bereits bei der Präsidentschaftswahl 2004 hatte Basescu, ebenfalls gegen einen sozialdemokratischen Gegner, einen ähnlich engen Endspurt der Wahl erlebt.
Der parteiunabhängige Bürgermeister der rumänischen Stadt Sibiu, Klaus Johannis, hat sich unterdessen selbst aus dem Rennen um das Premieramt genommen. Johannis zog sich aus der oppositionellen Koalition zwischen Sozialdemokraten (PSD) und Nationalliberaler Partei (PNL) zurück. Diese hatte für den Fall eines Wahlsiegs des sozialdemokratischen Präsidentschaftskandidaten Geoana bei der Stichwahl am gestrigen Sonntag Johannis als unabhängigen Ministerpräsidenten nominiert.
Die Bildung einer neuen Regierung steht in Rumänien seit Mitte Oktober aus, seit nach dem Bruch der Koalition zwischen PSD und den Basescu nahestehenden Liberaldemokraten (PDL) die PDL-Minderheitsregierung durch ein Misstrauensvotum abgesetzt wurde. Die seitherigen Regierungsbildungsversuche scheiterten am Streit zwischen Präsident und Parlament. Basescu hatte sich zweimal geweigert, Johannis als Premier zu ernennen, da sich hinter ihm "illegitime Interessengruppen" verbergen würden.
(apa/red)
