'Müssen die soziale Schieflage bekämpfen':
Minister Hundstorfer im Interview mit NEWS
- Vermögenssteuer soll im nächsten Jahr Thema sein
- Prölls Transferkonto als Beginn einer "Neid-Debatte"

·Derzeit keine neuen Vermögenssteuern
Neo-Minister Hundstorfer spricht sich dagegen aus
·Transferkonto bleibt
bittersüßer Zankapfel
ÖVP-Plan eines Testlaufs
kommt bei SPÖ nicht an
Sozialminister Rudolf Hundstorfer will im kommenden Jahr, wenn der Abbau der Krisenkosten vorbereitet wird, die Diskussion über eine Schieflage bei der Besteuerung, Stichwort Vermögenssteuern, führen, sagt er im Interview mit dem morgen erscheinenden NEWS: "Wir müssen die soziale Schieflage bekämpfen. Es geht nicht, dass einer seine Aktien verkauft, 365 Tage wartet, und am 366. Tag, hurra, machen kann, was er will, ohne irgendeinen Cent Steuern zu zahlen. Da geht es um mehr Gerechtigkeit."
Das von Vizekanzler Josef Pröll ins Spiel gebrachten Transferkonto lehnt er als Beginn einer Neid-Debatte "vehement" ab: "Zu sagen: Ich weiß nicht, welche sozialen Transfers wir in die Gesellschaft pumpen, ist doch merkwürdig. Ich weiß es jedenfalls für mein Ressort. Sonst disqualifiziert man sich doch selber. " Sollte das Ziel der Aktion eine Besteuerung der Sozialtransfers sein, "muss man das offen sagen." Ein Beitrag zur Armutsbekämpfung wäre das jedenfalls nicht.
Über seine Nennung als Zukunftshoffnung der SPÖ macht sich auch der Minister Gedanken: "Natürlich denkt man nach: Hallo, wie kommt man in so eine Rolle hinein?" Er wolle seinen "tollen Job" weitermachen, gibt aber zu: "In der Politik gibt es das Wort nie nie. Aber ich lasse mich auf keinerlei Spekulationen ein."
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