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Dienstag, 9. November 2010

Uni-Rektor Winckler appelliert an die "schweigende Mehrheit" der Studenten

  • Durch Besetzung 600 Lehrveranstaltungen verlegt
  • Auch Jus-Studienanfänger wurden "vertrieben"
 

Uni-Wien-Rektor Winckler hat am Freitagvormittag im Rahmen einer Jus-Lehrveranstaltung an die "schweigende Mehrheit" appelliert, ihre Meinung kundzutun. Denn "schweigende Mehrheiten können in einer Demokratie auch ein Problem sein". Wincklers Rede im Austria Center Vienna richtete sich an durch die Audimax-Besetzung "vertriebene" Jus-Studienanfänger. Am Nachmittag spricht der Rektor im Audimax.

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Die Hörsaalbesetzungen seien mittlerweile auch zu einer politischen Diskussion geworden: "Bringen Sie sich ein, äußern Sie sich, seien Sie keine schweigende Mehrheit", so Winckler, der dafür zwar keine Wortmeldung, aber freundlichen Applaus erntete.

Winckler war am Freitag in die Einführungs-Vorlesung für die Anfänger des Rechtswissenschaften-Studiums in den zu knapp zwei Drittel gefüllten Saal B des ACV gekommen, um "zu versichern, dass wir alles tun, damit Sie weiter studieren können". Mittlerweile seien aufgrund der Besetzung von Hörsälen an der Uni mehr als 600 Lehrveranstaltungen zu Kosten von bis zu 25.000 Euro pro Tag verlegt worden.

Gleichzeitig zeigte Winckler Verständnis für einen "Kern des Protests, der berechtigt ist". So seien zwischen 2004 und 2008 die Studentenzahlen der Uni stärker gestiegen als die Budgets, trotzdem sei es gelungen, die Betreuungsrelation um ca. acht Prozent zu verbessern. Im Wintersemester 2009 gebe es ein Studentenplus von elf bis 13 Prozent, budgetmäßig aber nur ein Plus von drei Prozent: "Das ist keine Relation."

Auf der anderen Seite sei der Protest der Audimax-Besetzer aber mittlerweile auch "mit vielen Punkten verbunden, die weit über die Uni hinausreichen" und mit denen sich das Parlament beschäftigen müsse.

Am Freitagnachmittag wechselt Winckler dann die Fronten und kommt - erstmals offiziell - ins Audimax. Nach einem Statement steht dann eine von einer Hochschülerschaftsvertreterin moderierte Diskussion auf dem Programm. Ein Auftritt Wincklers vor dem Plenum war immer eine der Bedingungen der Besetzer für einen Abzug.

Christine Ziechert

9.11.2010 09:49
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