70 Millionen Euro für 100.000 Arbeitslose:
Faymann präsentiert große Job-Offensive
- Schwerpunkt liegt auf der Frauenbeschäftigung
- Kritik der Grünen: Sind nur "vage Andeutungen"

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Angesichts steigender Arbeitslosenzahlen soll der heimische Arbeitsmarkt mit einer Qualifizierungsoffensive entlastet werden. Bundeskanzler Werner Faymann hat seine Pläne konkretisiert, wie er rund 100.000 Personen dabei unterstützen will, im kommenden Jahr Arbeit zu finden. Dies bedeute aber nicht, dass es 100.000 zusätzliche Jobs geben werde, wurde im Büro Faymann betont. Die für die Unterstützungsmaßnahme erforderlichen 70 Mio. Euro kommen aus dem Sozialministerium.
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat die Kanzlerinitiative begrüßt, aber daran erinnert, dass nur Wirtschaftswachstum Job schaffe. Außerdem wurde betont, dass bei den präsentierten Maßnahmen keine zusätzlichen Budgetmittel erforderlich seien, was der Wirtschaftsminister immer abgelehnt hatte.
Schwerpunkt liegt bei Frauen
Laut Faymann soll das konkretisierte 3. Arbeitsmarktpaket, dass es laut ÖVP unter diesem Namen gar nicht gibt, vor allem Frauen zugute kommen. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek erinnerte dabei an den von Faymann kürzlich vorgeschlagenen Generationenfonds, der hier die richtigen Antworten geben würde. "Jetzt müssen nur noch die, die bremsen, auf den Zug aufspringen, damit er abfahren kann", so Heinisch-Hosek vor Journalisten. ÖGB-Arbeitsmarktsprecher Rudolf Kaske begrüßte ebenfalls das Paket, insbesondere die Offensive im Sozial- und Gesundheitsbereich.
Laut SPÖ sollen in diesem Sektor 6.000 Personen zusätzlich ausgebildet bzw. höher qualifiziert werden. Weitere Punkte des Pakets: Arbeitslose erhalten für Fortbildungskurse ab einer Mindestdauer von drei Monaten 100 Euro monatlich zusätzlich zum Arbeitslosengeld. Bei einer Kursdauer von über sechs Monaten gibt es 200 Euro monatlich. Weiters sollen die regionalen Fachkräftequalifizierungen auf 10.000 Personen verdoppelt werden und das Angebot an Deutschkursen für Migranten steigen. Durch die elektronische Beantragung des Arbeitslosengeldes und einer Aufstockung des Mitarbeiterstandes soll das Arbeitsmarktservice (AMS) entlastet werden. Damit sich Schüler leichter bei der Berufswahl tun, soll es in der 7. und 8. Schulstufe einen verpflichtenden Infotag in den Berufsinformationszentren geben.
Grüne: Nur "vage Andeutungen"
Kritik kam von den Grünen, die von "vagen Andeutungen" sprachen. "Es kann ja nicht darum gehen, irgendeinen Kurs zu machen, sondern einen, der konkrete nachweisbare Qualifikationen mit sich bringt. Zu diesem wichtigen Punkt hat Bundeskanzler Faymann aber nichts gesagt", hieß es in einer Aussendung der Grünen Arbeitnehmersprecherin Birgit Schatz.
(apa/red)

