Minarett-Verbot in Österreich? "Politische Mehrheit würde das einfach nicht zulassen"
- "Bevölkerung lässt sich nicht ins rechte Eck drängen"
- Schakfeh: "Ist nur Bauteil, kein Herrschaftssymbol"
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PRESSESTIMMEN zum Bauverbot für Minarette
·Wo gibt es wie viele Moscheen + Minarette?
GRAFIK: Deutschland, Österreich & die Schweiz
·Minarett-Verbot
auch in Österreich?
Schweizer Votum spaltet europäischen Kontinent
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Minarett-Verbot: Turm
in Kanton Bern geplant

Enttäuschung, Unverständnis, aber gleichzeitig auch der felsenfeste Glaube, dass so etwas hierzulande nicht passieren kann. So reagiert die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) auf das Schweizer Bauverbot für Minarette. Präsident Anas Schakfeh vertraut auf die heimische Parteienlandschaft, denn die politische Mehrheit würde das nicht zulassen. Und auch der Großteil der Bevölkerung, erläutert er gegenüber NEWS.at, wolle nicht ins rechte Eck gedrängt werden.
Von einem Rechtsruck spricht Schakfeh in der sonst als weltoffen geltenden Schweiz, beim Votum ging es nicht um Minarette an sich, sondern um eine Stimmung in der Bevölkerung, die sich polarisieren und manipulieren ließ.
Eine ähnliche Entwicklung sei laut Schakfeh aber hierzulande nicht zu erwarten. Unabhängig von heimischer Verfassung und EU-Menschenrechtskonvention, die ein Anti-Minarett-Gesetz in Österreich nicht zulassen würden, wäre auch ein indirektes Verbot über die Raumordnungsgesetze für ihn nicht vorstellbar: SPÖ, Grüne, vermutlich auch die ÖVP und somit eine politische Mehrheit würden sich dagegen aussprechen. Und trotz zuletzt starker FPÖ-Wahlgewinne ist für Schakfeh auch die Mehrheit der Bevölkerung dagegen, ins rechte Eck gedrängt zu werden. Dass ein Heinz-Christian Strache durch das Schweizer Abstimmungsergebnis Rückenwind erhält, ist aber auch für den IGGiÖ-Präsidenten nicht von der Hand zu weisen.
Bauteil, nicht Herrschaftssymbol
Überhaupt sei laut Schakfeh die ganze Diskussion um Minarette eine überflüssige. Denn die Gebetstürme sind, wie er gegenüber NEWS.at ausdrücklich erwähnt, nicht das von Rechtspopulisten heraufbeschworene Herrschaftssymbol eines fundamentalistischen Islam, sondern schlicht und einfach Bauteil einer Moschee mit einer bestimmten Funktion.
Unabhängig davon sind derzeit keine weiteren Minarette neben den dreien in Telfs, Bad Vöslau und Wien geplant.
(hoa)

