Streams verdrängen illegales Filesharing:
Zunehmender Aufwind für legale Angebote
- Neue Geschäftsmodelle für Rückgang verantwortlich
- Online-Piraterie dennoch nicht gänzlich zu verhindern
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·Streams verdrängen illegales Filesharing
Online-Piraterie gerät zunehmend ins Abseits

Die steigende Bereitschaft von Content-Produzenten in der Film- und TV-Branche, ihre Inhalte in voller Länge im Internet verfügbar zu machen, könnte sich als die richtige Strategie im Online-Pirateriekampf erweisen. Je größer das Angebot an legal zugänglichem Bewegtbildmaterial im Web ist, desto geringer ist der Anreiz, auf illegalen Filesharing-Portalen nach dem gewünschten Film oder Videoclip zu suchen. Zu dieser Einschätzung kommt das britische Marktforschungsinstitut Trendstream im Rahmen des Global Web Index.
"Dank der rasanten Zunahme an Online-Diensten wie Spotify, Hulu, dem BBC iPlayer und natürlich YouTube ist ein Umfeld entstanden, in dem sich so gut wie jede Art von Content streamen lässt, die man will", stellt Tom Smith, Managing Director bei Trendstream, fest. Diese Entwicklung wirke dem Problem der Online-Piraterie entgegen. "Das illegale Herunterladen verliert an Attraktivität, wenn dieselben Inhalte anderswo legal zu haben sind", so Smith.
31 Prozent der User schauen Videos in voller Länge
Die hauseigene Analyse von Global Web Index hat ergeben, dass mittlerweile bereits 64 Prozent der User Videostreams im Netz nutzen. Rund 31 Prozent - also fast ein Drittel der Internetnutzer - schauen dabei online regelmäßig TV- und Filminhalte in voller Länge. Gleichzeitig geben insgesamt 55 Prozent der Nutzer an, aus Kostengründen auf illegale Downloadangebote zurück zu greifen. "Die restlichen 45 Prozent können durch attraktive Streamingangebote zu einem legalen Konsum überredet werden", ist Smith überzeugt.
"Ich glaube, dass es durchaus sinnvoll ist, wenn Content-Produzenten ihre Inhalte auch in voller Länge im Netz zugänglich machen. Wenn das Gesamtkonzept stimmt und das Handling sowie die Qualität den User-Bedürfnissen gerecht wird, lässt sich auf diese Weise sicherlich auch gutes Geld verdienen", meint Stefan Gehrke, Redakteur bei filmecho, der Fachzeitschrift der deutschen Filmwirtschaft. Was mit iTunes für die Musikindustrie funktioniert habe, könne genauso gut für die Filmwirtschaft funktionieren.
Es wird immer Online-Piraten geben
Dass die Bereitschaft auf Seiten der Urheberrechtseigentümer gestiegen sei, eigene Inhalte wie TV-Sendungen und Filme auch über alternative Kanäle im Web zu vertreiben, würden nicht nur Beispiele wie die "Mediathek" des ZDF beweisen. "Inzwischen betreibt jeder große Sender sein eigenes Online-Angebot. In den USA stellen einige TV-Anstalten mittlerweile sogar schon ganze Serien online zur Verfügung", schildert Gehrke.
Die Frage, ob das Streaming-Geschäftsmodell letztendlich die illegale Download-Praxis verdängen kann, sieht der filmecho-Redakteur allerdings eher skeptisch. "Es wird immer eine Gruppe von Nutzern geben, die sich solche Inhalte über illegale Angebote besorgt. Da müsste auf legaler Seite schon viel passieren, um die Online-Piraterie gänzlich verdrängen zu können", betont Gehrke. (pte/red)
