Trotz Niederlage gegen Ukraine: Österreich bei Handball-WM unter den letzten Zwölf
- Müller & seinem "Kindergarten" fiel Stein vom Herzen
- Schützenhilfe der Russinnen macht Aufstieg perfekt

Österreichs junge Handball-Auswahl hat sich im letzten Gruppen-Spiel der Frauen-WM in China tapfer geschlagen, aber leider knapp verloren. Nach den Siegen gegen Thailand, Australien und Angola bzw. der Niederlage gegen Weltmeister Russland musste sich die ÖHB-Truppe der Ukraine knapp 31:32 geschlagen geben. Weltmeister Russland schlug Angola 23:21 und nahm Österreich in die Runde der letzten Zwölf mit.
"Uns ist allen ein Riesenstein vom Herzen gefallen. Wir können glücklich und stolz sein, dass wir mit unserem Kindergarten zu den besten zwölf Ländern der Welt gehören. In den nächsten Spielen werden wir unsere Köpfe hoch halten und gegen die Großen kämpfen", sagte ÖHB-Teamchef Herbert Müller.
In der Hauptrunde ist Dänemark der erste Gegner, am Sonntag warten die Deutschen und nach einem Ruhetag kommt es am Dienstag zum Duell mit Frankreich. Vor den Spielen führen Russland und Dänemark (je 4 Punkte), vor Österreich und Frankreich (je 2) sowie Deutschland und Angola (je 0) die Tabelle an.
Kein Vorwurf wegen Niederlage
Müller machte seinen Schützlingen ob der Niederlage keinen Vorwurf. "Wir haben super gekämpft, hätten uns mehr, nämlich mindestens einen Punkt verdient", sagte der ÖHB-Teamchef, der mit seiner Offensive zufrieden war. "Mit 31 erzielten Toren sollte man gewinnen. Unser Problem war die Defensive, da waren wir nicht aggressiv genug. Aber auch das ist ein Lernprozess."
Die Österreicherinnen bekamen vor allem die zwei Hauptwerferinnen des Gegners nicht in den Griff und verzeichneten außerdem über die Flügel eine schlechte Wurfquote. "Wir müssen lernen, in einem knappen Spiel den Sieg zu erzwingen. Gegen Angola haben wir bewiesen, das wir einen guten Gegner schlagen können. Aber da muss alles rund laufen", erklärte Müller.
Die Partie war von Beginn an heiß umkämpft, die Führung wechselte mehrmals, wobei Engel, Subke-Ofenböck und Co. öfters voran lagen. Als Schlüsselszene bezeichneten sowohl Müller als auch Frauen-Sportkoordinator unisono die Phase kurz nach der Pause. Beim Stande von 20:17 mussten Scheffknecht und Subke für je zwei Minuten auf die Strafbank und die 6:4-Überlegenheit nützte die Ukraine zum Ausgleich.
Von da an ging es bis zur Schlusssirene ausgeglichen mit mehrmaligem Führungswechsel weiter. Das Siegestor erzielten die Ukrainerinnen in der letzten Minute, Österreich kam danach nochmals in Ballbesitz, der ersehnte Ausgleich glückte nicht mehr.
| Tabelle - Gruppe B: | |||||||
| 1. | Russland | 5 | 5 | 0 | 0 | 175:74 | 10 |
| 2. | Österreich | 5 | 3 | 0 | 2 | 175:106 | 6 |
| 3. | Angola | 5 | 3 | 0 | 2 | 145:96 | 6 |
| 4. | Ukraine | 5 | 3 | 0 | 2 | 151:106 | 6 |
| 5. | Thailand | 5 | 1 | 0 | 4 | 73:192 | 2 |
| 6. | Australien | 5 | 0 | 0 | 5 | 52:197 | 0 |
(apa/red)
