Samstag, 5. Dezember 2009

"Höllisches Ambiente" im Horr-Stadion: Austria-Fans und Polizei erneut beschuldigt

  • Bilbao-Anhängern sei regelrecht aufgelauert worden
  • Wiener Polizei trotz deutlicher Bedrohungen zu passiv

Nach den Ausschreitungen beim Fußball-Europa-League-Match der Austria gegen Athletic Bilbao (0:3 im Franz-Horr-Stadion) von Donnerstagabend haben Schlachtenbummler aus dem Baskenland Vorwürfe gegen Wiener Fans und die Polizei erhoben. Andererseits berichtete die Tageszeitung "El Pais", dass auch "Ultras" von Real Madrid und Espanyol Barcelona in die Randale verstrickt gewesen sein sollen.

In einem Video, das unter anderem von der auf Spanisch erscheinenden baskischen Tageszeitung "El Correo" (Internet) verbreitet wurde, schildern nach Bilbao zurückgekehrte Anhänger, dass ihnen in Wien regelrecht aufgelauert worden sei. Die Wiener Polizei habe sich trotz offensichtlicher Bedrohungen sehr passiv verhalten.

"El Correo" schrieb von einem "höllischen Ambiente". Athletic-Präsident Fernando Garcia Macua erklärte gegenüber der Sportzeitung "As", dass er auf der Ehrentribüne durchaus "angespannte Momente" erlebt habe. Die Sicherheitskräfte hätten vorübergehend die Kontrolle verloren. "Bis die Bereitschaftspolizei kam, gab es einige sehr schwierige Minuten."

Ultrarechte aus anderen Länder involviert?
Die spanischen und baskischen Zeitungen ließen weiterhin keinen Zweifel daran, dass ultrarechte Austria-Fangruppen in Verbindung mit "Kollegen" aus Italien (Lazio Rom) und Bulgarien (Levski Sofia) hinter den Attacken standen. Eine neue Facette brachte "El Pais" ins Spiel. Demnach waren auch Mitglieder der Real-Madrid-Fangruppe "Ultrasur" und der "Brigadas Blanquiazules" von Espanyol nach Wien gereist. Die Störaktion sei mit Austrias "Fanatics" geplant gewesen.

Das Match sei gezielt ausgewählt worden, meinte Ibarra gegenüber "El Pais". "Sie hatten die perfekte Gelegenheit: Sie wollten Athletic Angst machen, weil sie Basken sind. Zudem konnten sie einen Verein mit einer markanten jüdischen Vergangenheit darin verstricken." (apa/red)

5.12.2009 16:19