UEFA sieht einen "schwerwiegenden Fall": Austria muss mit harten Sanktionen rechnen
- Nach Platzsturm gegen Bilbao droht Stadionsperre
UEFA-Delegierter: "Ist sicherlich kein leichter Vorfall" - Kraetschmer will bei radikalen Fans hart durchgreifen
·Die wirre Welt der Austria-Osttribüne
"Viva Franco", Platzsturm,
Hassgesänge & Pyronebel
·"Hoffentlich gibt es schwere Sanktionen"
Ausschreitungen im Horr-
Stadion: Die REAKTIONEN
·Ausschreitungen überschatten 0:3
Austria gegen Bilbao
stand kurz vor Abbruch
·Skandal bei EL-Spiel der Wiener Austria
BILDER: Violette "Fans" stürmen das Spielfeld

Das letzte Heimspiel des Jahres hat für die Wiener Austria ein unrühmliches Ende gefunden. Die Ausschreitungen ziehen aller Voraussicht nach auch eine deftige Strafe vonseiten der UEFA nach sich. Dass mit einem 0:3 gegen Athletic Bilbao auch der Aufstieg aus der Europa-League-Gruppenphase endgültig ist, war nach einem turbulenten Donnerstagabend nur noch eine Fußnote.
Die Austria muss sich auf eine empfindliche Strafe vonseiten der UEFA einstellen. Europas Fußball-Verband bewies bereits in der Vergangenheit, dass er bei derartigen Fällen kein Pardon kennt. Der Strafrahmen reichte dabei von einer saftigen Geldstrafe bis hin zu einer Stadionsperre. "Das ist sicherlich kein leichter Vorfall, sondern schon ein schwerwiegender", meinte Thomas Partl, der österreichische Vorsitzende der Kontroll- und Disziplinar-Kammer in der UEFA, am Freitag. "Von einer hohen Geldstrafe, bis zu einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit, bis hin zur Platzsperre ist alles möglich."
67 Minuten waren gespielt, als sich im ausverkauften Horr-Stadion nach dem zweiten Treffer für die Basken die Emotionen entluden. Bilbaos an der Seitenlinie aufwärmende Ersatzspieler bekamen als erste den Unmut der nach einigen umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen aufgebrachten Anhänger zu spüren. Als der norwegische Referee Moen die Partie daraufhin unnötig lange unterbrach, brachen bei Teilen der violetten Fans - die bereits unmittelbar nach Wiederanpfiff mit bengalischen Feuern eine Spielpause provoziert hatten - dann sprichwörtlich alle Dämme.
Katzian beruhigt aufgebrachte Fans
Begleitet von "Schiebung"-Rufen von den Rängen stürmten einige Anhänger das Spielfeld, Moen schickte die Spieler daraufhin in die Kabine. Erst nachdem Präsident Katzian via Mikrofon appelliert hatte, der Austria "nicht noch mehr Schaden zuzufügen", beruhigte sich die Lage. Einzig positiver Aspekt nach 20-minütiger Unterbrechung war, dass die Partie überhaupt zu Ende gespielt werden konnte. Die UEFA wird die Vorkommnisse in Wien aber nicht unbeantwortet lassen.
"Im schlimmsten Fall gibt es neben einer saftigen Geldstrafe auch eine Stadionsperre", meinte Austrias Finanz-Vorstand Kraetschmer. Finanziell würde dies den Cupsieger teuer zu stehen kommen. Kraetschmer bezifferte die Kosten im Falle einer Stadionsperre samt Geisterspielen ohne Zuschauer mit "200.000 bis 250.000 Euro pro Spiel". Einen Ausschluss aus dem Europacup kann sich der Manager nicht vorstellen. "Denn das Spiel wurde unter- und nicht abgebrochen."
(apa/red)
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