Freitag, 4. Dezember 2009

UEFA sieht einen "schwerwiegenden Fall": Austria muss mit harten Sanktionen rechnen

  • Nach Platzsturm gegen Bilbao droht Stadionsperre
    UEFA-Delegierter: "Ist sicherlich kein leichter Vorfall"
  • Kraetschmer will bei radikalen Fans hart durchgreifen

Das letzte Heimspiel des Jahres hat für die Wiener Austria ein unrühmliches Ende gefunden. Die Ausschreitungen ziehen aller Voraussicht nach auch eine deftige Strafe vonseiten der UEFA nach sich. Dass mit einem 0:3 gegen Athletic Bilbao auch der Aufstieg aus der Europa-League-Gruppenphase endgültig ist, war nach einem turbulenten Donnerstagabend nur noch eine Fußnote.

Die Austria muss sich auf eine empfindliche Strafe vonseiten der UEFA einstellen. Europas Fußball-Verband bewies bereits in der Vergangenheit, dass er bei derartigen Fällen kein Pardon kennt. Der Strafrahmen reichte dabei von einer saftigen Geldstrafe bis hin zu einer Stadionsperre. "Das ist sicherlich kein leichter Vorfall, sondern schon ein schwerwiegender", meinte Thomas Partl, der österreichische Vorsitzende der Kontroll- und Disziplinar-Kammer in der UEFA, am Freitag. "Von einer hohen Geldstrafe, bis zu einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit, bis hin zur Platzsperre ist alles möglich."

67 Minuten waren gespielt, als sich im ausverkauften Horr-Stadion nach dem zweiten Treffer für die Basken die Emotionen entluden. Bilbaos an der Seitenlinie aufwärmende Ersatzspieler bekamen als erste den Unmut der nach einigen umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen aufgebrachten Anhänger zu spüren. Als der norwegische Referee Moen die Partie daraufhin unnötig lange unterbrach, brachen bei Teilen der violetten Fans - die bereits unmittelbar nach Wiederanpfiff mit bengalischen Feuern eine Spielpause provoziert hatten - dann sprichwörtlich alle Dämme.

Katzian beruhigt aufgebrachte Fans
Begleitet von "Schiebung"-Rufen von den Rängen stürmten einige Anhänger das Spielfeld, Moen schickte die Spieler daraufhin in die Kabine. Erst nachdem Präsident Katzian via Mikrofon appelliert hatte, der Austria "nicht noch mehr Schaden zuzufügen", beruhigte sich die Lage. Einzig positiver Aspekt nach 20-minütiger Unterbrechung war, dass die Partie überhaupt zu Ende gespielt werden konnte. Die UEFA wird die Vorkommnisse in Wien aber nicht unbeantwortet lassen.

"Im schlimmsten Fall gibt es neben einer saftigen Geldstrafe auch eine Stadionsperre", meinte Austrias Finanz-Vorstand Kraetschmer. Finanziell würde dies den Cupsieger teuer zu stehen kommen. Kraetschmer bezifferte die Kosten im Falle einer Stadionsperre samt Geisterspielen ohne Zuschauer mit "200.000 bis 250.000 Euro pro Spiel". Einen Ausschluss aus dem Europacup kann sich der Manager nicht vorstellen. "Denn das Spiel wurde unter- und nicht abgebrochen."

(apa/red)

4.12.2009 12:41
sidestep, 04. 12. '09 17:37
Das sind keine Fans sondern idiotische Chaoten!
Dass bei diesen Idioten immer noch von Fans gesprochen wird das wundert mich schon sehr. Das sind ja nicht einmal Idioten sondern idiotische Chaoten. Ein Fan geht am Fußballplatz um ein tolles Fußballspiel mit vielen Toren und einer super friedlichen Stimmung zu erleben und nicht um dem eigenen Verein zu schaden. Geschieht den Vereinen und insbesondere der Austria schon recht, wenn sie immer von Fans spricht und diese Chaoten meint. Ich schäme mich, als Fan bezeichnet zu werden wenn für diese Idioten der selbe Ausdruck als für mich verwendet wird. Deshalb werde ich nicht mehr ins Stadion gehen. Die Chaoten von der Austria haben die von Rapid schon lange rechts überholt!
katerchen69, 04. 12. '09 14:33
Auch Fans sehen schwerwiegenden Fall
Als grün - weißer Anhänger muß man auch die violetten Fans verstehen. Es gehört zwar eine Platzstürmung zum letzten, aber warum schickt die UEFA immer wieder solche Schiedsrichter (insgesamt jetzt schon 6 auf dem Feld), die nicht fähig sind, so ein Spiel zu leiten. Immer wieder sieht man grawierende Fehler, die, so wie gestern(3 Fehler - 3 Tore), spielentscheidend sind. Einzelene Fans gehören aus den Stadien der Welt ohne Frage ausgeschlossen, jedoch sollte den Vereinen und Fans die Möglichkeit geboten werden, durch eigene Leistung den Sieg oder Aufstieg zu schaffen. Diese jungen Schiedsrichter sollten in deren Ländern die Regionalliga leiten dürfen, aber sonst nichts! Der Schiri war offensichtlich mit der Situation überfordet, sonst wäre es meiner Meinung nach nie zur Eskalaton gekommen.
mr.sauer, 04. 12. '09 22:42
Re: Auch Fans sehen schwerwiegenden Fall
Das ganze Dilemma muss in drei Punkten zusammengefasst werden.1.) Sidestep hat Recht wenn er von Chaoten (egal welcher Fangruppe) spricht, die nichts in einem Stadion verloren haben. (NULL Entschuldigung, NULL Verständnis.
2. Die FIFA sollte endlich einsehen, dass die Schiedsrichter überfordert sind (siehe Chelsea-Barcelona; Frankreich-Irland, Austria-Bremen etc,)und den Videobeweis, wie bei vielen anderen Sportarten zulassen.
3.Die österreichischen Trainer: Es gibt fast keinen Trainer, der bei Interiews bei einer Niederlage seiner Mannschaft, nicht sofort Entscheidungen des Schirris als Hauptgrund der Niederlage sieht (Hr.Pacult kann das besonders gut).