Lindsey Vonn in Lake Louise die Schnellste:
Weltcupsiegerin gewinnt erste Saisonabfahrt
- Emily Brydon & Maria Riesch komplettieren Podest
- Beste Österreicherin wird Holaus als dem 5. Platz

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Lindsey Vonn bleibt die Abfahrts-Dominatorin in Lake Louise. Die Doppelweltmeisterin aus den USA triumphierte in der ersten Saisonabfahrt im alpinen Weltcup-Winter souverän vor Lokalmatadorin Emily Brydon (+0,52) sowie der Deutschen Maria Riesch (0,80) und hält nun schon bei sechs Abfahrtssiegen in der kanadischen Provinz Alberta. Die Tirolerin Maria Holaus (1,31), die Fünfte wurde, bewahrte das ÖSV-Team vor einem Debakel.
Aufgrund von schlechter Sicht durch Schneefall und Nebel musste der Start um rund 25 Fahrsekunden nach unten verlegt werden. Viele Damen hatten mit dem Wetterumschwung so ihre Probleme, nachdem die Strecke an den Vortagen im Training noch von Sonnenschein überflutet worden war. Doch Lindsey Vonn behielt auch in dieser Situation den Durchblick, fuhr trotz eines Fehlers im oberen Teil und einer blutenden Zunge überlegene Bestzeit.
Perfekte Fahrt in Fishnet-Kurve
"Mir hat es bei einer Bodenwelle das Knie gegen das Kinn geschlagen, ich hätte mich also fast selbst ausgeknockt. Aber es sind noch alle meine Zähne drin", erklärte Vonn, warum sie nach der Zieldurchfahrt aus dem Mund geblutet hatte. "Als ich das Blut während der Fahrt bemerkt habe, war ich zwar etwas irritiert, bin aber trotzdem weiter voll auf Angriff gefahren." Der Schlüssel zum Sieg war laut der 25-Jährigen die perfekte Fahrt in der Fishnet-Kurve. "Die habe ich sehr gut erwischt und die ganze Geschwindigkeit mitgenommen."
Damit erwies sich Vonn einmal mehr als Spezialistin für schwierige Bedingungen. "Mir ist das Wetter egal. Ich fahre immer Vollgas", gab Vonn, die seit 2004 jedes Jahr eine Abfahrt in Lake Louise gewonnen hat, zu Protokoll. "Diese Strecke ist sicher meine Lieblingsstrecke, und von Jahr zu Jahr bekomme ich mehr Selbstvertrauen." Beste Voraussetzungen also für die zweite Abfahrt am Samstag, in der Vonn erstmals im selben Jahr in Lake Louise zweimal gewinnen könnte.
Brydon freut sich über zweiten Platz
Angesichts der Dominanz der US-Amerikanerin war Brydon mit Platz zwei, ihrem besten Abfahrtsergebnis, "überglücklich". "Denn wenn Lindsey in Form ist, dann ist sie hier unantastbar", betonte die 29-Jährige, die bisher nur einen Super-G im Weltcup gewonnen hat.
Auch Riesch, die nach Platz drei im Gesamtweltcup nun 16 Punkte vor der Niederösterreicherin Kathrin Zettel führt, anerkannte die Überlegenheit von Vonn neidlos. "Es ist unmöglich, Lindsey hier auf ihrer Haus- und Hofstrecke zu schlagen. Deshalb ist mein Ziel für Samstag Platz zwei", meinte die Deutsche. Vonn schob sich mit ihrem 23. Weltcup-Sieg, dem 13. in der Abfahrt, auf Platz drei der Gesamtwertung vor, ihr Rückstand auf Riesch beträgt 27 Zähler.
ÖSV-Team: Holaus unter Top Ten
Aus dem ÖSV-Team schaffte lediglich Holaus in ihrem ersten Rennen seit elf Monaten (Zwangspause wegen Knieblessuren) den Vorstoß in die Top Ten. Die 25-Jährige hatte sich nach ihren beiden Trainingsbestzeiten allerdings mehr als Platz fünf erwartet. "Ich bin ein bissl zornig", lautete der verärgerte Kommentar von Holaus, weil "ich mich nicht ganz auf die neuen Bedingungen einstellen konnte".
Auch Fischbacher, die als zweitbeste Österreicherin nur Zwölfte wurde, hatte Probleme mit der schlechten Sicht. "Bei diesem Wetter hat man keine Bodensicht, kann also die vielen Wellen nicht sehen - das war aber für alle gleich. Man muss einfach trotzdem voll auf Angriff fahren", wusste die Salzburgerin, warum sie nicht im Spitzenfeld landete. Die weiteren acht Österreicherinnen enttäuschten mit Rängen jenseits der Top 20 schwer.
(apa/red)
